Zehntausende Katholiken beten an Polens Grenzen

Rosenkranztag wird zur islamfeindlichen Kundgebung

Entlang der polnischen Außengrenze haben sich am Samstag Zehntausende Katholiken zu einer Menschenkette zusammengeschlossen und den Rosenkranz gebetet. Aufgerufen zu der Aktion hatte eine Laienmissionsgruppe, die von der katholischen Bischofskonferenz des Landes unterstützt wird. "Das Beten für den Frieden ist das Hauptziel dieses Unterfangens", erklärte Stanislaw Gadecki, Erzbischof von Posen. Kritiker sahen in der Menschenkette allerdings eine islamfeindliche Kundgebung.

Der 7. Oktober ist bei Polens Katholiken Rosenkranztag - an diesem Datum besiegte 1571 eine westeuropäische Allianz, die "Heilige Liga", die Osmanen in einer Seeschlacht. Aufgrund des historischen Datums äußerten liberale Medien die Vermutung, die Kundgebung sei gegen den Islam gerichtet. Der Organisator Maciej Bodasinski wies dies zurück.

Indes äußerten teilnehmende Regierungspolitiker durchaus islamophobe Töne bei der Kundgebung. So erklärte der stellvertretende Parlamentspräsident Joachim Brudzinski von der regierenden rechtskonservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit": "Mit dem Rosenkranz und dem Kreuz stoppte König Jan Sobieski III. den islamischen Ansturm bei Wien." Er bezog sich damit auf die gescheiterte Eroberung von Wien durch die Osmanen im Jahre 1683.

Die Organisatoren gaben die Zahl der Teilnehmer an der Aktion zunächst mit 150.000 an. In den Abendnachrichten sprach das Staatfernsehen von einer Million Teilnehmern.