Lutherbild auf NPD-Wahlplakat: Stiftung bereitet Klage vor

Wahlplakat der NPD mit einem Portraet des Reformators Martin Luther .

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Wahlplakat der NPD mit einem Portraet des Reformators Martin Luther.

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt lässt die Verwendung des Luther-Konterfeis auf Wahlplakaten der rechtsextremen NPD nicht auf sich beruhen: Um weiteren Missbrauch zu verhindern, werde eine Klage gegen die NPD vorbereitet, teilte Stiftungsdirektor Stefan Rhein am Donnerstag in Wittenberg auf epd-Anfrage mit. Die Klage soll nächste Woche eingereicht werden. Die Stiftung hatte bereits vor Wochen eine außergerichtliche Aufforderung auf Unterlassung an die Partei geschickt und wollte erreichen, dass die Plakate abgehängt werden. Dies war offenbar nicht gelungen.

Auf dem Wahlplakat zur Bundestagswahl war neben dem Reformator eine Abwandlung seines bekannten Zitates "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" zu sehen. Bei der NPD hieß es: "Ich würde NPD wählen - Ich könnte nicht anders". Dabei wurde ein Lutherporträt aus dem Jahr 1528 verwendet, das in der Dauerausstellung des Lutherhauses in Wittenberg hängt.  

Die Stiftung sieht das Urheberrecht der Fotografin, die alle Nutzungsrechte an die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt übergeben hat, verletzt. Falls eine andere Fotografie verwendet wurde, sei auch dies nicht erlaubt, weil die Besucherordnung nur Fotos für den privaten Gebrauch zulässt. Das Urheberrecht des Künstlers Lucas Cranachs d. Ä. kann nicht mehr verletzt werden: Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers.