Konstanzer Historiker Osterhammel erhält Abt-Jerusalem-Preis

Jürgen Osterhammel

Foto: Isolde Ohlbaum/laif

Braunschweig/Konstanz (epd). Der Konstanzer Historiker Jürgen Osterhammel (65) erhält den Braunschweiger Abt-Jerusalem-Preis 2017. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird dem Wissenschaftler am 21. November verliehen, wie die Evangelische Akademie Abt Jerusalem mitteilte. Die Laudatio halte der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel. Der Preis wird von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, der Technischen Universität Braunschweig, der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft und von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz verliehen.

Osterhammel gilt als einer der führenden Vertreter der Globalgeschichte. Der Historiker arbeitete unter anderem am Deutschen Historischen Institut in London und unterrichtete Geschichte der internationalen Beziehungen in Genf. Seit 1999 lehrt er Neuere und Neueste Geschichte in Konstanz. Osterhammel wurde unter anderem mit dem Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem hoch dotierten Gerda-Henkel-Preis ausgezeichnet.

Der Abt-Jerusalem-Preis wird seit 2009 und im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums verliehen. Erste Preisträgerin war die Philosophin und Biologin Nicole Karafyllis aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Außerdem wurden der Berliner Professor für Technikgeschichte, Wolfgang König, und der Stuttgarter Architekturtheoretiker Gerd de Bruyn ausgezeichnet. 

Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709-1789) war Priestererzieher und Hofprediger, Abt im niedersächsischen Riddagshausen und Direktor des dortigen Predigerseminars. Das Predigerseminar der evangelischen Kirche in Braunschweig beruft sich auf diese Tradition und gilt damit als das älteste in Deutschland.