59 Tote: Papst betet für Opfer des Angriffs auf Konzert in Las Vegas

Eine Viertelstunde dauerte die Schießerei in Las Vegas, bei der mindestens 59 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden. Es ist die schlimmste Tat dieser Art, die die USA jemals erlebt haben.

Papst Franziskus betet für die Opfer und die Verletzten des Anschlags auf ein Konzert in Las Vegas. Das Kirchenoberhaupt sei tief betroffen von der Nachricht über das Verbrechen, erklärte der Vatikan am Montag. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sandte ein Beileidstelegramm an den katholischen Bischof von Las Vegas, Joseph Anthony Pepe. Darin heißt es, Franziskus sei allen Betroffenen dieser "sinnlosen Tragödie" in den USA nahe. Der Papst würdigte den Angaben zufolge ausdrücklich die Bemühungen der Polizei und der Hilfskräfte vor Ort.

Bei dem Gewaltverbrechen wurden Medienberichten zufolge 59 Menschen getötet und mindestens 527 weitere verletzt. Der mutmaßliche Schütze Stephen Paddock feuerte Polizeiangaben zufolge aus dem 32. Stock eines Casino-Hotels auf die Konzertbesucher. Bevor die Beamten in sein Zimmer eindrangen, erschoss er sich offenbar selbst. Die Polizei geht bislang von einem Einzeltäter aus.

Paddock lieferte sich mutmaßlich vor seinem Tod ein letztes Gefecht mit einer Spezialeinheit, das berichtet die New York Post. Demnach soll er minutenlang durch die Tür seines Hotelzimmers geschossen haben. Der Attentäter hatte mehrere tausend Schuss Munition in dem Zimmer gebunkert. Er verwundete mehrere Mitglieder der Spezialeinheit, bevor diese in das Zimmer vordringen konnte.

Offenbar keine Deutschen unter den Opfern

In dem Hotelzimmer, von dem aus der Amok-Schütze in die Menge unter ihm feuerte, hat die Polizei laut Bild-Zeitung ein AK-47 Sturmgewehr und ein AR-15 Gewehr gefunden. Die Waffen waren anscheinend mit Zielfernrohren ausgestattet. Sie könnten auf Podesten an den Fenstern des Hotelzimmers postiert gewesen sein.

Bei dem Massaker hat es offenbar keine deutschen Todesopfer gegeben, hieß es in Regierungskreise. Demnach befindet sich jedoch ein Deutscher in medizinischer Behandlung.

Im Haus des mutmaßlichen Schützen von Las Vegas sind nach Angaben von FOCUS-online 18 Handfeuerwaffen, mehrere Tausend Schuss Munition und Sprengsätze gefunden worden. Das teilte Bezirkssheriff Joseph Lombardo am Montagnachmittag (Ortszeit) mit. In dem Auto des Verdächtigen wurden mehrere Pfund Ammoniumnitrat gefunden, das zur Herstellung von Sprengsätzen verwendet werden kann.

US-Präsident Donald Trump nannte die Tat "einen Akt des puren Bösen". Bei einer Ansprache im Weißen Haus tröstete Trump die Angehörigen: "Wir können uns ihren Schmerz nicht vorstellen, wir können uns ihren Verlust nicht vorstellen."

Im Juni 2016 waren 49 Menschen in einem Nachtclub in Orlando erschossen worden, bis dato die tödlichste Schießerei in den USA. Damals gab es klare Inspirationen durch die Terrorgruppe IS. Bei dem Anschlag jetzt in Las Vegas gehen die Ermittlungsbehörden von einem Einzeltäter aus, bei dem nach Informationen der Washington Post in ersten Ermittlungen keine Verbindungen zu internationalen Terror-Organisationen erkennbar waren.