EKD-Chef und Bamberger Erzbischof sprechen über "Papst für alle"

Katholische und evangelische Kirche haben nach Überzeugung der Bischöfe Heinrich Bedford-Strohm und Ludwig Schick mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

"Dass die katholische Kirche anders strukturiert ist und ein anderes Amtsverständnis hat, ist für mich jedenfalls nicht kirchentrennend", sagte der bayerische evangelische Landesbischof Bedford-Strohm in einem gemeinsamen Interview mit dem Bamberger Erzbischof Schick für das "Heinrichsblatt" und das Magazin "Leben im Erzbistum Bamberg".

Schick erklärte, er könne sich für die Ökumene einen "Papst für alle" vorstellen, der für Konfessionen unterschiedliche Aufgaben wahrnehme. Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, sagte zu dem Thema: "Wie die Rolle eines Sprechers oder mehrerer Sprecher der Weltchristenheit aussehen könnte, darüber muss man reden." Dass sich die evangelische Kirche allerdings dem Jurisdiktionsprimat des Papstes unterstelle, sei nicht wirklich vorstellbar.

Es sei klar, dass etwa in der Frage der Frauenordination der Papst nicht für die evangelische Kirche spreche, sagte Bedford-Strohm. Frauen als Pfarrerinnen bezeichnete er als "großen Schatz für unsere Kirche". Wenn der Papst sich aber zu ökologischen und sozialen Fragen oder zu Flüchtlingen äußere, bringe er haargenau auch die Position der evangelischen Kirchen zum Ausdruck, sagte Bedford-Strohm weiter.