Referendum in Katalonien: Polizei setzt Gummigeschosse ein

Durch den Polizeieinsatz zur Verhinderung des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums sind dem katalonischen Zivilschutz zufolge mehr als 800 Menschen verletzt worden. Die spanische Polizei habe laut Augenzeugen Gummigeschosse und Schlagstöcke gegen Demonstranten eingesetzt.

Seit heute Morgen stimmen die Katalanen in einem umstrittenen und vom spanischen Verfassungsgericht verbotenen Referendum über ihre Unabhängigkeit ab. An einigen Wahllokalen kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der aus Madrid entsandten paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil , als Wahlberechtigten der Zugang zu Wahllokalen verwehrt wurde. Dabei kam es zum Einsatz von Gummigeschossen und Schlagstöcken. Mehr als 800 Menschen sollen bei Auseinandersetzungen mit Polizisten verletzt worden sein.

Der Chef der separatistischen Regionalregierung in Katalonien, Carles Puigdemont sagte vor Journalisten in Barcelona: "Es ist klar, dass der unverantwortliche Einsatz von Gewalt seitens des spanischen Staates die Katalanen nicht aufhalten wird." Die spanische Zentralregierung in Madrid gibt hingegen der katalanische Regionalregierung die Schuld an den Unruhen. Ein Unabhängigkeitsvotum habe es nicht gegeben, so Ministerpräsident Mariano Rajoy am Abend in einer TV-Ansprache.