Papst fordert humanitäre Korridore für Migranten

Papst Franziskus hat angesichts der lebensgefährlichen Umstände von Migration nach Europa humanitäre Korridore gefordert. "Mancher ist nicht angekommen, weil er von der Wüste oder vom Meer verschluckt wurde", sagte er am Sonntag bei einem Besuch in einem Flüchtlingslager im italienischen Bologna. Gemeinsam mit den Flüchtlingen hielt Franziskus eine Schweigeminute ab für die in der Sahara und auf dem Mittelmeer ums Leben gekommenen Menschen.

Bei der Begegnung mit den 1.000 Bewohnern des Aufnahmezentrums beklagte das Kirchenoberhaupt die ablehnende Haltung der Bevölkerung in zahlreichen Ländern. "Viele kennen euch nicht und haben Angst", sagte der Papst. Nur Nähe und gegenseitiges Kennenlernen könnten Vorurteile überwinden.



Bei seiner Ankunft in dem Flüchtlingslager hatte eine Frau Franziskus wie bei der Aufnahme eines neuen Migranten ein gelbes Plastikarmband mit einer Nummer und seinem Namen angelegt. Anschließend begrüßte der Pontifex die Menschen einzeln, während der vatikanische Polizeichef Domenico Giani einigen von ihnen half, Handyfotos von sich und dem Kirchenoberhaupt zu machen.

Im Rahmen des eintägigen Papstbesuchs in Bologna waren für den Anschluss eine Begegnung mit Arbeitern, Arbeitslosen und Gewerkschaftern auf dem zentralen Platz vor der Basilika San Petronio geplant. Nach dem Angelusgebet wollte das Kirchenoberhaupt im Hauptschiff der Kirche mit Armen, Flüchtlingen und Gefangenen zu Mittag essen. Für den späten Nachmittag war eine Messe im Stadion der mittelitalienischen Universitätsstadt vorgesehen.