NRW-Justizminister: Mehr Schmerzensgeld für Angehörige

Der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach (CDU) fordert in mehr Fällen Schmerzensgeld für Angehörige. "Die Rechtsordnung lässt Angehörige von Opfern schwerster Verbrechen außer Betracht, wenn das Opfer überlebt", sagte er der in in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstag).

Bisher hätten Angehörige nur im Fall einer fremdverursachten Tötung Anspruch auf Entschädigung. Auf der nächsten Justizministerkonferenz im November werde er sich für eine Änderung per Bundesratsinitiative einsetzen, erklärte der CDU-Politiker.

"Wer ertragen muss, seinem eigenen Kind beim Leiden zuzusehen, ist für mich genauso Opfer der Straftat wie das Kind selbst", sagte Biesenbach. Angehörige litten ebenfalls unter den Folgen von Straftaten. "Dieses Leid wird derzeit nicht angemessen rechtlich behandelt", sagte der NRW-Justizminister. Er halte Schmerzensgelder für die Angehörigen in gleicher Höhe wie für das Opfer für möglich. Denn es sei schwer zu behaupten, "dass das Leiden einer Mutter eines durch eine Straftat erblindeten Kindes kleiner als das des Kindes selbst wäre", betonte er.