Rücktritt bei evangelischem Verband für Altenarbeit und Pflege

Eine spanische Krankenschwester Aida Rodriguez eine Bewohnerin auf der Demenzstation des Pflegeheims "Haus Saalburg" in Frankfurt am Main und dokumentiert ihre Arbeit.

Foto: epd-bild / Thomas Lohnes

Eine Krankenschwester versorgt eine Bewohnerin auf der Demenzstation des Pflegeheims "Haus Saalburg" in Frankfurt am Main und dokumentiert ihre Arbeit.

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), Bernhard Schneider, tritt zurück. Als Grund nennt Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart, in einer Mitteilung vom Freitag Meinungsverschiedenheiten über die Neuausrichtung des Verbandes.

Schneider erinnerte daran, dass bei einer Umfrage 2016 die Mitglieder den Fachverband aufgefordert hätten, die Altenhilfe auf Bundesebene schärfer zu profilieren. Entsprechende Vorschläge einer Satzungs- und Strukturreform seien aber von den diakonischen Landesverbänden abgelehnt worden. Daraus ziehe er die Konsequenzen. Das Amt hatte er seit November 2015 inne.

Den Landesverbänden und auch dem Bundesverband wirft Schneider vor, die Chancen nicht zu sehen, die sich aus einem stärkeren Engagement und einer klaren Positionierung ihrer Altenhilfeträger für die Diakonie ergäben. "Wir können das Feld nicht allein den Privaten und den Pflegekammern überlassen", schreibt er. Es sei "nicht besonders zukunftsfähig", dass sich der DEVAP nur als "Fachverband der Verbände" sehe. Damit handele es sich lediglich um eine Doppelstruktur im Diakonischen Werk, für die er nicht zur Verfügung stehe.

Der DEVAP repräsentiert nach eigenen Angaben Organisationen, die mehr als 20 Prozent der Altenarbeit und Pflege in Deutschland abdecken. Dazu gehören unter anderem 1.950 stationäre Einrichtungen der Altenhilfe, über 1.400 ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste, mehr als 90 Altenpflegeschulen mit 5.600 Ausbildungsplätzen sowie zahlreiche Altentagesstätten, Initiativen und Selbsthilfegruppen.

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