Lutheraner und Orthodoxer erhalten Ratzinger-Preis

Zwei deutsche Theologen erhalten den diesjährigen Ratzinger-Preis. Wie die vatikanische Stiftung "Joseph Ratzinger - Benedikt XVI." am Dienstag bekanntgab, werden der lutherische Theologe Theodor Dieter und der katholische Dogmatiker Karl-Heinz Menke gemeinsam mit dem orthodoxen Komponisten Arvo Pärt (Estland) geehrt. Der Präsident des Verwaltungsrats der Stiftung, Federico Lombardi, äußerte die Hoffnung, dass Papst Franziskus auch in diesem Jahr die Ehrungen am 18. November überreichen wird. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Der Ratzinger-Preis wird seit 2011 für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theologischen Forschung vergeben. Preisträger Dieter leitet seit zehn Jahren das Straßburger Institut für Ökumenische Forschung. Die Stiftung würdigte besonders seine Rolle beim Zustandekommen der Gemeinsamen Erklärung über die Rechtfertigungslehre, mit der Lutheraner und Katholiken im Jahr 1999 die gegenseitigen Lehrverurteilungen aufhoben.

Menke ist Mitglied der Internationalen Theologenkommission des Vatikans. Außerdem gehört er der von Papst Franziskus eingerichteten Studienkommission zum Diakonat der Frau an. Der orthodoxe Christ Pärt gehört zu den namhaftesten Komponisten zeitgenössischer geistlicher Musik. Der Präsident des päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi, betonte, dass die Preisvergabe ökumenisch ausgerichtet und auf Kirchenmusik ausgeweitet worden sei.