Verband ruft EKD-Landeskirchen zur Friedensarbeit auf

Die evangelische Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat die Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ermutigt, sich stärker mit Friedensfragen zu beschäftigen.

Die Kirchen sollten sich dabei am 2007 von der EKD übernommenen Leitbild des gerechten Friedens orientieren und sich so in gesellschaftliche Diskussionen einbringen, erklärte AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister laut einer am Freitagabend in Bonn veröffentlichten Mitteilung. Wichtige Handlungsfelder einer evangelischen Friedensarbeit seien die Diskussionen um Atomwaffen, Rüstungsexporte, Militärausgaben und die Auslandseinsätze der Bundeswehr.



Die Landeskirchen sollten Schritte hin zu einer "dringend nötigen" Ächtung atomarer Massenvernichtungswaffen unterstützen, sagte Gildemeister in einem Vortrag vor der Kammer für Öffentliche Verantwortung der Lippischen Landeskirche in Detmold. Dazu gehöre die Forderung nach einem deutschen Beitritt zum gerade von 122 Staaten verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen. Ebenso müssten die Kirchen die immer weiter steigenden Rüstungsausgaben und die Auslandsmissionen der Bundeswehr kritisch hinterfragen.

Immer mehr Landeskirchen der EKD befassten sich in den vergangenen Jahren bereits mit Fragen von Frieden und Gerechtigkeit, sagte der AGDF-Geschäftsführer. Er verwies auf die Evangelische Kirche in Baden, die als eine der ersten EKD-Gliedkirchen einen friedensethischen Prozess in Gang gesetzt habe, an dem sich nun immer mehr Landeskirchen orientierten.