Ökumenische Trauerfeier für tote Soldaten

Von der Leyen bekräftigt Mali-Einsatz als bedeutsam
Am 26. Juli war ein Bundeswehr-Hubschrauber in Mali abgestürzt - heute fand die ökumenische Trauerfeier für die beiden getöteten Piloten statt.

Mit einer ökumenischen Trauerfeier im St.-Petri-Dom zu Fritzlar von haben Staat und Kirchen von den beiden in Mali ums Leben gekommenen Soldaten Abschied genommen. Die Trauernden verneigten sich vor "dem höchsten Opfer", das die beiden Piloten des Kampfhubschrauberregiments 36 aus Fritzlar für Deutschland erbracht hätten, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag vor den im Dom zwischen einer Ehrenformation aufgebahrten Särgen. Neben Angehörigen, Freunden und Soldaten nahmen Abgeordnete des Bundestags und des Hessischen Landtags, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sowie der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, an der Trauerfeier teil.

"Der Einsatz für den Frieden in Mali ist hochgefährlich", sagte die Bundesverteidigungsministerin. Doch er sei bedeutsam: er stabilisiere eine Region in unmittelbarer Nachbarschaft. "Mali ist von uns nur durch zwei Staaten getrennt." Der 33-jährige Major und der 47-jährige Stabshauptmann seien "herausragende Piloten und tapfere Soldaten, Vorbilder als Piloten und als Menschen" gewesen. "Wir sind und bleiben stolz auf sie", bekräftigte von der Leyen.

Der evangelische stellvertretende Leitende Militärdekan Claus-Jörg Richter aus Köln würdigte die Piloten als gewissenhafte, verlässliche und verantwortungsbewusste Männer. Beide hätten es geliebt zu fliegen, aus ihrer beruflichen Zusammenarbeit sei eine enge Freundschaft gewachsen. "Die Dunkelheit des Lebens und der Tod werden uns nicht erspart", sagte Richter. Aber in die Unbarmherzigkeit des Lebens und des Todes hinein spreche ein barmherziger Gott, der den Tod besiegt habe. So werde er Trauer wandeln, dass Trauernde wieder Halt finden und in die Zukunft gehen könnten.

Der evangelische Militärpfarrer und der katholische Leitende Militärdekan Rainer Schnettker aus Köln hielten gemeinsam die Trauerfeier im Dom, in dem 250 Sitz- und 380 Stehplätze vorgesehen waren. Die Teilnehmer stimmten das von dem evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) wenige Monate vor seiner Hinrichtung verfasste Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen" an. Die öffentliche Feier wurde auf einer Großbildleinwand nach draußen übertragen.

Der Fritzlarer Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) sagte, der 26. Juli, der Tag des Helikopter-Absturzes, sei ein "bitterer Tag für alle" gewesen: Die Bundeswehr, das Kampfhubschrauberregiment 36 und die Stadt Fritzlar. Deswegen sei es wichtig, "dass wir hier alle zusammen sind, um Abschied zu nehmen und zu trauern".

Die beiden Bundeswehrsoldaten waren am 26. Juli rund 70 Kilometer nordöstlich der malischen Stadt Gao aus bisher ungeklärter Ursache mit ihrem Kampfhubschrauber Tiger abgestürzt.