Menschenrechts-Aktivist Steudtner in anderes Gefängnis verlegt

Der in der Türkei inhaftierte deutsche Menschrechtsaktivist Peter Steudtner ist in ein anderes Gefängnis verlegt worden.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Mittwoch in Berlin, über die Verlegung seien weder die Anwälte Steudtners noch die deutsche Seite informiert worden. Es habe keine Haftprüfung stattgefunden, noch gebe es erkennbare Fortschritte bei dem Ermittlungsverfahren.

"Spiegel Online" hatte am Dienstag unter Berufung auf Steudtners Anwalt berichtet, neben Steudtner sei auch sein schwedischer Kollege verlegt worden. Beide befänden sich in der rund 80 Kilometer westlich von Istanbul gelegenen Haftanstalt Silivri, in der auch der Journalist und Korrespondent der Zeitung "Die Welt", Deniz Yücel, sitzt.

Das Auswärtige Amt befürchtet eine Verschlechterung der Haftbedingungen, wie der Sprecher sagte. Er forderte die türkischen Behörden erneut auf, Steudtner auf freien Fuß zu setzen und das Ermittlungsverfahren gegen ihn einzustellen. Die Vorwürfe gegen ihn seien unrechtmäßig und unverhältnismäßig.

Seit 5. Juli befinden sich mehrere Menschenrechtsaktivisten, darunter Steudtner in Haft. Der in Berlin lebende Politologe und Dokumentarfilmer hielt sich in der Türkei auf, um als Referent an einem Seminar für Menschenrechtsverteidiger zu IT-Management und dem Umgang mit Stress und Trauma teilzunehmen. Am 18. Juli ordnete ein Richter für ihn und weitere Menschenrechtsaktivisten, darunter die Amnesty-Vorsitzende in der Türkei, Idil Eser, Untersuchungshaft an. Die türkischen Behörden werfen ihnen die Unterstützung terroristischer Organisationen vor.