Gebete für in der Türkei inhaftierten Peter Steudtner

Die evangelische Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden ruft zu Gebeten für den in der Türkei inhaftierten Menschenrechtler Peter Steudtner und seine Mitgefangenen auf. "Leider gibt es keine wirklichen Fortschritte zur Freilassung", sagte der Vorsitzende der bundesweiten Organisation, Horst Scheffler, am Wochenende in Bonn. Zwar setze sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) für den Aktivisten ein. Doch in der Türkei sei keine Besserung der politischen Lage in Sicht. "Für Christen ist das Gebet eine Möglichkeit, Hoffnung, Klage und Bitten vor Gott zu bringen."

Der in Berlin lebende Politologe und Dokumentarfilmer Steudtner, der auch für evangelische Friedensorganisationen tätig ist, war am 5. Juli mit neun weiteren Mitarbeitern von Amnesty International von der türkischen Polizei festgenommen worden. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe von Istanbul als Referent bei einem Seminar für Menschenrechtsverteidiger zu IT-Management und dem Umgang mit Stress und Trauma.

Am 18. Juli ordnete ein Richter für ihn und fünf weitere Menschenrechtsaktivisten, darunter die Amnesty-Vorsitzende in der Türkei, Idil Eser, Untersuchungshaft an. Die türkischen Behörden werfen ihnen die Unterstützung terroristischer Organisationen vor. Die vier anderen Festgenommenen wurden freigelassen.



Die Berliner evangelische Gethsemane-Gemeinde, zu der Steudtner gehört, hatte ihre Kirche am Prenzlauer Berg in der vergangenen Woche täglich ab 18 Uhr eine halbe Stunde lang für Fürbittegebete geöffnet. Zudem soll ab diesem Montag im Wochenrhythmus eine Andacht gehalten werden. Scheffler begrüßte diese Initiative. Doch auch an anderen Orten könne für die Inhaftierten gebetet werden.