Rückzahlung von Staatszuschüssen für Leipziger Kirchentag gefordert

Kirchentags-Veranstalter weisen Kritik an Staatshilfen zurück
Kritische Installation beim Katholikentag in Leipzig am Donnerstag

Foto: epd-bild/Hanno Gutmann

Kritische Installation beim Katholikentag in Leipzig am Donnerstag

Die staatlichen Zuschüsse für den Kirchentag standen in der Vergangenheit immer wieder in Kritik - jetzt wird zumindest die Rückzahlung eines Teils der Zuschüsse gefordert.

Die Veranstalter des Leipziger "Kirchentags auf dem Weg" haben Vorwürfe zum hohen Anteil staatlicher Zuschüsse an den Kosten für das Christentreffen zurückgewiesen. Die endgültige Abrechnung der Kosten für die Veranstaltung Ende Mai sei noch nicht erfolgt, sagte der Sprecher des Vereins "r2017", Christof Vetter, in Wittenberg am Montag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Finanzierung aller Veranstaltungen des Vereins sei mit den jeweiligen Zuschussgebern abgestimmt und bleibe bestehen, ergänzte Vetter und betonte: "Fördergelder werden nicht zurückgezahlt."

Die religionskritische Kunstaktion "11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!" hatte zuvor von den Veranstaltern die teilweise Rückzahlung staatlicher Zuschüsse gefordert. Die in Augsburg ansässigen Aktivisten teilten mit, die staatlichen Zuschüsse in Leipzig seien so hoch gewesen wie bei keiner anderen kirchlichen Großveranstaltung zuvor. Nach Berechnungen der Kunstaktion lagen sie bei 59,7 Prozent. Bislang seien die Staatszuschüsse beim evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen mit 58 Prozent am höchsten gewesen, hieß es weiter.

Der Initiator der Kunstaktion, David Farago, sagte, der Staat übernehme einen immer größeren Teil der Kosten für Kirchentage. "Wir hoffen daher nun, dass der Landesrechnungshof sich einschaltet", fügte er hinzu. Die Kunstaktion wird von der religionskritischen humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung getragen.

Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Antwort des sächsischen Kultusministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Landtagsfraktion wurde das Haushaltsvolumen des Leipziger Kirchentags mit 5,36 Millionen Euro veranschlagt. Zu dem Budget steuerte der Freistaat Sachsen demnach 2,25 Millionen Euro bei, die Stadt Leipzig knapp eine Million Euro. Nimmt man diese Werte als Grundlage der Berechnung, ergibt sich für die staatlichen Zuschüsse ein Anteil von 59,7 Prozent.

Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums in diesem Jahr hatten parallel zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg sechs regionale "Kirchentage auf dem Weg" in acht Städten Mitteldeutschlands stattgefunden. Insgesamt kamen zu den Treffen etwa 50.000 Besucher. Die Veranstalter vom Verein "r2017", der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Deutschem Evangelischen Kirchentag getragen wird, hatten allein für Leipzig mit ähnlich vielen Besuchern gerechnet. Es kamen jedoch nur rund 15.000.