Berliner Christopher Street Day erstmals mit Kirchen-Truck

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Foto: dpa/Sophia Kembowski

Beim "Christopher Street Day" (CSD) am Samstag in der Bundeshauptstadt beteiligen sich in diesem Jahr erstmals Berliner evangelische Kirchenkreise mit einem eigenen Truck.

Auf der Homosexuellenparade wird sich der zweistöckige, 140 Personen fassende Kirchen-Lkw unter dem Motto "Trau Dich!" in den bunten Umzug von Lesben und Schwulen vom Kurfürstendamm über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor einreihen, wie Kirchenvertreter ankündigten.

Am Freitagabend findet zudem ein multireligiöser Gottesdienst in der St. Marienkirche anlässlich des CSD statt, bei dem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprechen wird. Auch die Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, Seyran Ates, und die New Yorker Rabbinerin Sharon Kleinbaum werden dazu erwartet. 

Für kirchliche Trauungen werben

Mit der Teilnahme am CSD soll für kirchliche Trauungen geworben werden. Berlins Regierender Bürgermeister Müller würdigte die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) als "Vorreiterin bei der kirchlichen Trauung für homosexuelle Menschen". In der EKBO sind kirchliche Trauungen seit vergangenem Jahr auch für homosexuelle Paare ohne Einschränkungen möglich.

Die Generalsuperintendentin im Sprengel Berlin, Ulrike Trautwein, betonte in der Evangelischen Wochenzeitung "Die Kirche", es fehle bis heute in vielen Kulturen und Ländern an der Anerkennung vielfältiger Lebensformen und auch in Deutschland sei sie nicht überall selbstverständlich. "Auch bei uns gibt es Gewalt gegen schwule Männer und lesbische Frauen. Das ist leider noch schreckliche Realität", sagte Trautwein, die Schirmherrin der Aktion ist.

Finanziert wird der Kirchen-Truck beim CSD überwiegend aus Spenden, "Wir haben einen Großspender, der anonym bleiben will, und mehrere Einzelspender", sagte die Hauptorganisatorin, Pfarrerin Stefanie Hoffmann vom Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte. Hinzu kämen überschüssige Haushaltsmittel aus dem Kirchenkreis. Die Gesamtkosten liegen laut Kirchenkreissprecherin Christiane Bertelsmann bei etwas über 10.000 Euro.