"Beide glaubten an Hexen" - Urlauberseelsorge vergleicht Martin Luther und Harry Potter

Den Reformator Martin Luther (1483-1546) und den Fantasy-Helden Harry Potter miteinander vergleichen und nach Gemeinsamkeiten suchen? Das funktioniert, meinen angehende Theologen, die für die Urlauberseelsorge am Strand von Cuxhaven-Sahlenburg Andachten planen.

"Beide haben beispielsweise an Hexen geglaubt", sagte Mitorganisatorin Almut Wenck dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Nur mit dem Unterschied, dass Luther Hexen gegenüber nicht positiv gestimmt war. Da war er ein Kind seiner Zeit."



Eine weitere Gemeinsamkeit: Luther und die Romanfigur der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling erlebten Momente, die ihr Leben tiefgreifend veränderten. "Bei Harry Potter war es der Brief, mit dem ihm mitgeteilt wurde, dass er an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen wird", listete Wenck auf. "Bei Luther sollen es ein schweres Gewitter und ein Blitz gewesen sein, die ihn geloben ließen, Mönch zu werden."

Auch in der Rechtfertigungslehre Luthers sieht Wenck Parallelen zum Romanwerk von Rowling. Luthers Kernthese der Reformation, dass der Mensch sein Heil allein aus göttlicher Gnade gewinnen kann und nicht aufgrund eigener Verdienste, stehe bis heute im Zentrum protestantischer Verkündigung. "Bei Harry Potter sagt Hogwarts-Direktor Albus Dumbledore den zentralen Satz, viel mehr, als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind."

Bundesweit ist die "Kirche unterwegs" auf rund 50 Campingplätzen vertreten. In Niedersachsen sind es etwa zehn, auf denen sich vielfach Ehrenamtliche wie Wenck engagieren.