Kolumbien: Hungerstreik setzt Farc-Kommandant zu

Nach rund drei Wochen im Hungerstreik ist ein inhaftierter Farc-Kommandant am Freitag (Ortszeit) in ein Krankenhaus in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá verlegt worden.

Jesús Santrich fühle sich stark geschwächt, berichtete der Sender "Caracol" unter Berufung auf die Farc. Santrich und mehr als 1000 weitere Ex-Kämpfer protestieren mit dem Hungerstreik für die Freilassung von etwa 1.700 inhaftierten Rebellen. Sie werfen der Regierung Verzögerungen bei der Umsetzung des im Dezember verabschiedeten Amnestiegesetzes vor.



Die Vereinten Nationen appellierten an die Regierung, möglichst schnell eine Lösung für die Inhaftierten zu finden. Am vergangenen Montag hatte Präsident Juan Manuel Santos mehr als 3.000 Farc-Kämpfern Amnestie für politische Straftaten gewährt. Allerdings gilt diese Entscheidung ausschließlich für Guerilleros, die sich bereits in den Schutzzonen befinden, nicht für inhaftierte Rebellen.

Die kolumbianische Regierung und die Farc unterzeichneten im Dezember nach jahrelangen Verhandlungen einen Friedensvertrag. Der Bürgerkrieg zwischen der Regierung, mehreren Rebellengruppen und paramilitärischen Todesschwadronen hatte sich in den 60er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit entzündet. Seither wurden etwa 340.000 Menschen getötet, mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden vertrieben.