Erbprinz von Hannover gibt russischstämmiger Designerin das Jawort

Zu der Hochzeit in der gotischen Backsteinkirche waren rund 600 Gäste gekommen, unter ihnen Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und zahlreiche Vertreter europäischer Adelshäuser.

Es war die Adelshochzeit des Jahres: In einer feierlichen Zeremonie in der evangelischen Marktkirche in Hannover hat Erbprinz Ernst August von Hannover (33) am Samstag die russischstämmige Mode-Designerin Ekaterina Malysheva (30) geheiratet. Zu der Trauung in der gotischen Backsteinkirche waren rund 600 Gäste gekommen, unter ihnen Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und viele Vertreter europäischer Adelshäuser. Die Predigt hielt der frühere hannoversche Landesbischof Horst Hirschler (83), der jetzige Abt des Klosters Loccum bei Nienburg.

Gesäumt von mehreren Tausend Schaulustigen zog das Paar am Mittag bei strahlendem Sonnenschein unter Glockengeläut und Beifall in die Kirche ein. Die Braut, die sich jetzt "Prinzessin von Hannover" nennen darf, trug ein klassisch weißes Kleid mit viel Spitze und einer drei Meter langen Schleppe. Rund 100 Schützen sowie Jagdhornbläser standen Spalier. Bei Ein- und Auszug aus der Kirche zogen rote, blaue oder gelbe Hüte vieler adeliger Gäste die Blicke auf sich.



Altbischof Hirschler sagte in seiner Predigt für das Brautpaar, das Leben halte nicht nur Sonnentage, sondern auch Regen, Sturm und Gewitter bereit. In solchen schweren Zeiten sei es gut, auf Gott vertrauen zu können. "Der Glaube ist der Lebensgrund für ein freies, fröhliches und gemeinsames Leben vor Gott. Das soll für Ihre Ehe gelten." Zwar könne eine Ehe auch schief gehen, doch in seinem langen Leben als Pastor habe er viele Male erlebt, "wie sich zwei Menschen jahrzehntelang gegenseitig getragen haben".

Die Säulen und Gänge der Kirche waren aufwendig mit Rosen, Hortensien und Lilien geschmückt. Der Knabenchor Hannover sang Werke von Bach und Händel. Die Halbschwester des Bräutigams, Alexandra von Hannover, las auf Englisch aus der Bibel das "Hohelied der Liebe" des Apostels Paulus, der Bruder der Braut las es auf Russisch. Nach der Trauung wurde das Brautpaar zu den Klängen der Jagdhörner von einer vierspännigen historischen Kutsche abgeholt, gezogen von zwei weißen und zwei braunen Pferden. 

Vater mit der Eheschließung nicht einverstanden

Das rote Gefährt, eine Leihgabe des Landgestüts Celle, hatte bereits der Urururgroßvater des Bräutigams, der spätere König Georg V., 1843 bei seiner Hochzeit mit Marie von Sachsen-Altenburg benutzt. Reiter und Kutscher des Landgestüts in roten historischen Kostümen begleiteten das Paar auf seinem Weg zum Schloss Herrenhausen, wo es einen Empfang gab. Für den Abend war eine private Feier auf der Marienburg bei Hildesheim geplant.

Die Adelshochzeit wurde getrübt von einem Streit des Bräutigams mit seinem Vater Ernst August senior, der im Vorfeld mit der Eheschließung nicht einverstanden war. Dabei geht es um das Familienerbe. Es war die erste Prinzen-Hochzeit in der Marktkirche seit 66 Jahren. 1951 hatte der Großvater des heutigen Bräutigams, Prinz Ernst August von Hannover (1914-1987), Prinzessin Ortrud von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg geheiratet.