21 Glockenschläge zum G20-Gipfel

Kirchen und Religionsgemeinschaften begleiten das Politiker-Treffen
Eine junge Frau lehnt mit dem Rücken an einer Backsteinwand und betet.

Foto: Ben White/Unsplash

Beim G20-Gipfel in Hamburg wird nicht nur diskutiert, gestritten und demonstriert, sondern auch viel gebetet. Besonders lang ist das Gebet im Ökumenischen Forum Hafen-City: Am Freitag (7. Juli), dem ersten Gipfeltag, beginnt um 18 Uhr ein 24-Stunden-Gebet mit Liedern, Meditationen, Lesungen und Zeiten der Stille.

Mehr als ein Dutzend Gemeinden feiern am Freitag (18 Uhr) Friedensandachten. Eingeladen wird mit 21 Glockenschlägen: 20 für die Gipfelteilnehmer und einer für alle anderen Staaten, die nicht eingeladen sind.

Eine Open-Air-Andacht ist am Verlagsgebäude von Gruner+Jahr in Sichtweite der Elbphilharmonie geplant. Bevor das G20-Konzert dort beginnt, blasen Posaunen für den Frieden. Es sprechen der Theologe Eugen Drewermann und der Philosoph Hartmut Rosa.

Mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche der katholischen und evangelischen Schulen treffen sich bereits am Donnerstag (6. Juli) um 8 Uhr und beten gemeinsam für den Frieden, die Umwelt und gegen Armut.

"Religionen erheben ihre Stimme"

Beteiligt sind aber auch andere Religionsgemeinschaften. Am Vorabend des G20-Gipfels treffen sich Vertreter der großen Religionen um 18 Uhr zum Friedensgebet in der Universität. Unter dem Motto "Religionen erheben ihre Stimme" wollen Aleviten, Bahai, Buddhisten, Christen, Hindus, Juden und Muslime gemeinsam ein Zeichen für Frieden und Gerechtigkeit setzen.

Begleitet wird der G20-Gipfel vom "M20" - dem Meditationsgipfel. 20 spirituelle Lehrer werden im Wrage-Seminar-Center an beiden Gipfeltagen stille Andachten und Klang-Meditationen für Frieden, Freiheit und Menschenrechte anbieten. Außerdem ist für Donnerstag ein einstündiger "Yoga-Gipfel" morgens um 7 Uhr auf der Kennedybrücke an der Alster geplant.

Rund 40 kirchliche Institutionen haben sich unter dem Motto "global.gerecht.gestalten" zu einem Aktionsbündnis zum G20-Gipfel zusammengeschlossen. Unterstützt werden aber nur friedliche Aktionen. "Mit Blockaden werden wir die Probleme der Welt nicht lösen", sagte der katholische Erzbischof Stefan Heße. Die Kirchen seien nicht grundsätzlich gegen G20-Gipfel, betonte die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs.

Einen offiziellen Demo-Aufruf der Kirchen gibt es nicht. Fehrs und Heße beteiligen sich aber an der bürgerlichen Demo "Hamburg zeigt Haltung" am Samstag. Auftakt ist ein gemeinsamer Gottesdienst um 10.30 Uhr in der Hauptkirche St. Katharinen. Die Predigt halten Bischof Charles Jason Gordon aus Barbados und Agnes Abuom von der Anglikanischen Kirche in Kenia.

Die Hamburger Hauptkirchen wollen auch an den Gipfeltagen für die Besucher offen bleiben. In St. Katharinen wird am Samstag sogar Hochzeit gefeiert. Selbst die russisch-orthodoxe Kirche direkt vor dem Tagungsort Messehallen soll während des Gipfels wie sonst geöffnet sein. Es werde jedoch ein "aufmerksames Gemeindemitglied" vor Ort sein, sagte Gemeindesekretärin Lidia Kosokova. "Wenn es sein muss, wird die Kirche abgeschlossen."

aus dem chrismonshop

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