UN alarmiert über Flüchtlings-Abschiebungen nach Nigeria

Der Nordosten von Nigeria sind noch im Juni bei einem Angriff auf ein zerstörtes Aufnahmelager für Flüchtlinge von mutmaßlichen Boko-Haram-Kämpfern mindestens 17 Menschen getötet worden.

Foto: dpa/Jossy Ola

Der Nordosten von Nigeria sind noch im Juni bei einem Angriff auf ein zerstörtes Aufnahmelager für Flüchtlinge von mutmaßlichen Boko-Haram-Kämpfern mindestens 17 Menschen getötet worden.

Rund 900 Geflohene aus Nigeria, darunter auch viele Kinder, seien diese Woche zwangsweise in ihre Heimat deportiert worden - obwohl im Nordosten Nigerias die Islamisten-Miliz Boko Haram die Bevölkerung terrorisiert.

Die UN sind alarmiert über die massenhafte Abschiebung von Menschen aus Kamerun in das Konfliktgebiet im Nordosten Nigerias. Rund 900 Geflohene aus Nigeria seien in dieser Woche zwangsweise in ihre Heimat deportiert worden, kritisierte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Donnerstag in Genf. Unter denjenigen, die zur Rückkehr gezwungen würden, seien auch viele Kinder. Die Menschen seien auf sechs Trucks, die das nigerianische und kamerunische Militär bereitgestellt hätten, über die Grenze gebracht worden.

Ähnliche Abschiebungen habe es bereits früher in diesem Jahr gegeben, erklärte die Organisation. Im Nordosten Nigerias terrorisiert die Islamisten-Miliz Boko Haram die Bevölkerung. Viele Rückkehrer leben laut UNHCR unter erbärmlichen Bedingungen in Lagern und sind auch dort durch die Kämpfe der Regierungstruppen gegen Boko Haram bedroht.

Boko Haram versteht sich als Teil der Terrormiliz "Islamischer Staat? und verübt in Nigeria und angrenzen Ländern Anschläge. Mehrere westafrikanische Staaten gehen militärisch gegen die Islamisten vor. In der Region sind mehr als fünf Millionen Menschen auf der Flucht, 1,7 Millionen von ihnen innerhalb Nigerias.