Evangelische Pfadfinder fordern vom Bund Abschiebestopp

Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) fordert von der Bundesregierung einen sofortigen Abschiebestopp. Die große Mehrheit der 112 stimmberechtigten Delegierten habe sich bei der 47. Bundesversammlung am Wochenende auf der Pfadfinderburg Rieneck "eindeutig gegen die Abschiebepolitik der Bundesregierung" positioniert, teilte der Verband am Montag mit.

Die Abschiebung abgelehnter Flüchtlinge in Länder, in denen eine Bedrohung für Leib und Leben herrsche und in denen politische Verfolgung drohe, müsse eingestellt werden. Ein weiterer Diskussionspunkt bei der Versammlung vom 16. bis 18. Juni war das geplante Weltpfadfindertreffen im Jahr 2019 in den USA. Durch die aktuelle politische Situation unter Präsident Donald Trump befürchtet der VCP, dass die Einreise in die Vereinigten Staaten zum "World Scout Jamboree" für Pfadfinder aus einigen vorwiegend muslimischen Ländern erschwert werde. Man werde sich "mit Nachdruck dafür einsetzen", dass an dem Treffen Menschen aus aller Welt teilnehmen können - auch aus vorwiegend muslimischen Ländern, teilte der VCP mit.

In dem größten evangelischen Pfadfinderverband Deutschlands sind nach eigenen Angaben rund 47.000 Mädchen, Jungen, Frauen und Männer und etwa 5.000 ehrenamtliche Mitarbeiter aktiv. Der VCP ist 1973 aus dem Bund Christlicher Pfadfinderinnen, dem Evangelischen Mädchen-Pfadfinderbund sowie der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands entstanden.