Bunte Protest-Kundgebung in Karlsruhe gegen Rechtsextremismus

Bunter Protest gegen braune Ideologie: Mit Trillerpfeifen, Konfetti und farbenfrohen Fahnen haben mehr als 3.000 Menschen am Samstag im Karlsruher Stadtteil Durlach ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus gesetzt.

Bei mehreren Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen protestierten die Teilnehmer gegen den Aufmarsch von gut 250 Rechtsextremisten zum sogenannten "Tag der deutschen Zukunft" Luft. Dieser Aufmarsch wird seit einigen Jahren von der rechten Splitterpartei "Die Rechte" angemeldet und gilt als Sammelpunkt von Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 3.000 Einsatzbeamten vor Ort und setzte zur Vermeidung von Gewaltexzessen auf die strikte Trennung von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten. "Das Sicherheitskonzept ist weitgehend aufgegangen", bilanzierte der Karlsruher Polizeipräsident Günther Freisleben nach dem Ende der Demonstrationen. Gegen einige gewaltbereite Antifaschisten habe die Polizei allerdings Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt, um den geplanten Durchbruch der Straßenblockaden zu verhindern. 



Auch die Organisatoren der Gegendemonstrationen zeigten sich mit dem überwiegend friedlichen Protest zufrieden. "Die Demonstration durch die Durlacher Innenstadt war bunt, kreativ und friedlich", betonte Elwis Capece, Sprecher eines linken Aktionsbündnisses. Die beiden größten Gegenkundgebungen wurden von der Stadt Karlsruhe und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angemeldet, und von den rund 150 Mitgliedsorganisationen des Netzwerks gegen rechts unterstützt. Die christlichen Kirchen beteiligten sich mit mehreren Aktionen an dem Protest gegen rechts. "Überwinde das Böse mit dem Guten", appellierte die evangelische Pfarrerin Ulrike Krumm bei der Kundgebung.

Auch Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) wertete die große Anzahl von friedlichen Gegendemonstranten als "starkes Zeichen" für eine tolerante Gesellschaft und machte sich bei seiner Ansprache für "Vielfalt, Freiheit und Freundlichkeit" stark. Vor der Demonstration hatte es von Teilen der Gegendemonstranten Kritik am Sicherheitskonzept und der strikten Trennung der beiden Gruppen gegeben. "Aber eine Demokratie muss auch den Aufmarsch von Menschen mit kranken und verbrannten Ideologien aushalten", sagte Mentrup.