Dunja Hayali erhält Mönchengladbacher Benediktpreis

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali erhält im kommenden Jahr den mit 5.000 Euro dotierten Benediktpreis von Mönchengladbach. Das Kuratorium würdige damit das couragierte und vorbildliche Eintreten der 42-Jährigen für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft, erklärte am Freitag der Vorsitzende des Trägervereins, Helmut Linnenbrink.

Hayali zeige stets Gesicht und Haltung und engagiere sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung. Dieses mutige Engagement halte sie auch aufrecht, wenn ihr "Hassstürme und Wellen von Gewaltandrohungen entgegenschlagen". Der Preis wird am 20. April 2018 verliehen.

Hayali wurde als Kind irakischer Eltern in Deutschland geboren und setzt sich gegen Hasskommentare und für eine offene Debattenkultur ein. Ende März gab sie der rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" ein viel beachtetes Interview. Mit Teilnehmern einer AfD-Demonstration in Erfurt suchte sie vor laufender Kamera das Gespräch. Ihre Auszeichnung versteht der Verein als ein wichtiges Anliegen, da "vor allem in der journalistischen Diskussion und Auseinandersetzung bisher geltende Maßstäbe national wie international keine Beachtung mehr zu finden scheinen".

Hayali moderierte zwei Jahre lang die Nachrichtensendung "Journal" beim Fernsehen der Deutschen Welle. 2007 wechselte sie zum ZDF, wo sie als Co-Moderatorin neben Steffen Seibert im "heute journal" zu sehen war. Aktuell präsentiert sie das ZDF-"Morgenmagazin". Hayali wurde bereits mit verschiedenen Preisen geehrt, darunter im vergangenen Jahr die Goldene Kamera und der Sonderpreis des Robert Geisendörfer Preises der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Der Benediktpreis von Mönchengladbach wird seit 1968 im zweijährigen Rhythmus vergeben. Der Name verweist auf Benedikt von Nursia (um 480 bis 547), den Gründer des Benediktiner-Ordens, der auch als Schutzpatron Europas verehrt wird. Es werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, deren wertorientiertes Handeln vor dem Hintergrund der christlich-abendländischen Erfahrungen in besonderer Weise herausragt. Zuletzt hatte 2016 Königin Silvia von Schweden den Preis erhalten. Unter den weiteren Preisträgern sind unter anderem der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, und der Kabarettist Konrad Beikircher.