US-Methodisten: Lesbischer Bischöfin droht Suspendierung

In der methodistischen Kirche in den USA ist der Streit um die Zulassung gleichgeschlechtlicher Pastoren und Bischöfe eskaliert. Nach Angaben des methodistischen Informationsdienstes vom Freitag (Ortszeit) hat das Oberste Kirchengericht die Bischofswahl der verheirateten lesbischen Pastorin Karen Oliveto aus Denver im US-Staat Colorado zurückgewiesen.

Es verstoße gegen das Kirchenrecht, eine "praktizierende homosexuelle Bischöfin zu weihen", urteilte das Gericht. Oliveto wurde vergangenen Juli als erste offen lesbische Geistliche zur Bischöfin geweiht. Sie ist zuständig für den "Mountain Sky"-Bezirk im Westen der USA. Zu dem Bezirk gehören 400 Gemeinden in Colorado, Utah, Wyoming, Montana, und Idaho. Das Kirchengericht hat Oliveto das Bischofsamt nicht aberkannt. Eine Kommission werde über ihre Zukunft beraten, berichtete die Zeitung "Denver Post". Oliveto könnte vom Dienst suspendiert werden.

Die weltweit rund zwölf Millionen Mitglieder - sieben Millionen davon in den USA - zählende Methodistenkirche ringt seit Jahren mit innerkirchlichen Differenzen zur Homosexualität. Kirchenregeln zufolge ist "die Praxis der Homosexualität unvereinbar mit der christlichen Lehre". Einige Mitglieder und Pastoren haben sich dieser Vorschrift widersetzt. 2016 hat die Generalversammlung der Kirche eine Sonderkommission zur Prüfung aller Kirchenvorschriften zur menschlichen Sexualität einberufen.

Der Methodismus begann im 18. Jahrhundert in England als eine Erweckungsbewegung. Er betont "verbindlichen Glauben" und soziales Engagement. In den USA ist die methodistische Kirche nach dem Südlichen Baptistenverband die zweitgrößte protestantische Kirche.