Kölner Superintendent verurteilt Missbrauch christlicher Symbole

Kirchen in Köln beteiligen sich am Protest gegen AfD-Parteitag
Vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln hat der evangelische Stadtsuperintendent Rolf Domning den Missbrauch christlicher Symbolik durch Rechtspopulisten kritisiert.

Rechtspopulisten instrumentalisierten christliche Symbole und das Reden vom christlichen Abendland, um Flüchtlinge auszugrenzen und gegen den Islam zu polemisieren, sagte Domning dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Das empört uns sehr, auch weil hier in Köln viele Gemeindemitglieder in der Flüchtlingsarbeit engagiert sind."

Die Kirchen in Köln beteiligen sich am Samstag an der Kundgebung des Bündnisses "Köln stellt sich quer" gegen den AfD-Parteitag, der am Samstag und Sonntag in Köln stattfindet. Unter dem Motto "Unser Kreuz hat keine Haken" ruft die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln, zu der neben dem evangelischen Kirchenverband auch die katholische Kirche und freie evangelische Gemeinden gehören, zum friedlichen Protest auf. Die Kölner Polizei erwartet zu den Protestaktionen mehrerer Gruppen gegen den AfD-Parteitag insgesamt rund 50.000 Demonstranten.

Domning betonte, es sei großartig, dass sich alle Kirchen in Köln in der Sache einig seien und gemeinsam ein starkes Signal setzen wollten. Man wolle biblische Werte wie Nächsten- und Fremdenliebe hochhalten und klar sagen: "Wir sind bunt und bleiben bunt." Allerdings seien nicht alle Reaktionen auf das Engagement der Kirchen gegen den AfD-Parteitag positiv gewesen.

Auch in manchen Kirchengemeinden gebe es möglicherweise Menschen, die aufgrund von Ängsten Sympathien für die AfD hegten, sagte Domning. Er riet Pfarrern, in solchen Fällen mit Gemeindemitgliedern das Gespräch zu suchen. Wir brauchen in unserer Kirche eine konstruktive Streitkultur. "Wir müssen unterschiedliche Positionen wahrnehmen und Auseinandersetzungen und den Dialog führen wo das sinnvoll ist", betonte der Theologe. Zugleich wies er darauf hin, dass das Engagement für Flüchtlinge in den Kirchengemeinden in Köln ungebrochen sei. "Das zeigt, dass wir insgesamt einen guten Zusammenhalt haben", sagte Domning.