Luther-Preis für Einsatz gegen Rechtsextremismus

Für ihren Einsatz gegen Rechtsextremismus erhalten der frühere Tröglitzer Bürgermeister Markus Nierth (parteilos) und seine Frau Susanna am Samstag den Luther-Preis "Das unerschrockene Wort" 2017.

Sie teilen sich die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für Zivilcourage mit dem Ehepaar Horst und Birgit Lohmeyer aus Jamel in Mecklenburg-Vorpommern, wie der Bund der Lutherstädte in Torgau mitteilte. Laudatorin ist die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU).

Markus Nierth war von 2009 bis 2015 ehrenamtlicher Ortsbürgermeister von Tröglitz in Sachsen-Anhalt. Im Streit über die Unterbringung von Asylbewerbern wurde er massiv von Rechtsextremisten angefeindet. Aus Sorge um seine Familie legte er daraufhin sein Amt nieder, setzte sich gemeinsam mit seiner Frau aber weiter für die Flüchtlinge ein.

Das Künstler-Ehepaar Lohmeyer lebt auf einem alten Forsthof in Jamel, das deutschlandweit als "Nazi-Dorf" Bekanntheit erlangt hat. Seit 2007 veranstalten die Preisträger dort jedes Jahr das Rockfestival "Jamel rockt den Förster" gegen Neonazis. Gut zwei Wochen vor dem Festival 2015 hatte ein Feuer die Scheune auf dem Gelände des Lohmeyer-Hofes komplett zerstört. Die Ermittler gingen damals von Brandstiftung aus.

Die Jury lobte das zivilgesellschaftliche Engagement der Ehepaare Nierth und Lohmeyer als beispielhaft im Kampf gegen demokratiegefährdende und rechtsextreme Strömungen. Sie ließen in ihren Bemühungen trotz "andauernder Anfeindungen und Bedrohungen" nicht nach, hieß es.

"Das unerschrockene Wort" wird seit 1996 alle zwei Jahre im Andenken an das Wirken des Reformators Martin Luther (1483-1546) vergeben. Zuletzt ging der Preis 2015 an den syrischen Journalisten Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien- und Meinungsfreiheit. Im Bund der Lutherstädte sind 16 Städte zusammengeschlossen, die jeweils einen Kandidaten aus dem In- oder Ausland für den Preis nominieren dürfen.