Bei Konfirmationsfeier "nicht übertreiben und nicht geizen"

Drei Fragen an die Benimm-Expertin Elisabeth Bonneau
Konfirmationsfeier

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Bei der Konfirmationsfeier überlassen viele nichts dem Zufall.

Die Knigge-Expertin Elisabeth Bonneau empfiehlt zur Konfirmationsfeier vor allem Gelassenheit. Die Jugendlichen "sollen Freude dabei haben, nicht Langeweile oder Stress", sagte die renommierte Kommunikationstrainerin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Vielen sei ein Ausflug mit Eltern und Freunden lieber als ein pompöses Essen in einem Restaurant. Man solle nicht übertreiben, aber auch nicht geizen, betonte die unter anderem aus der Zeitschrift "Brigitte" bekannte Stilberaterin.

Die Konfirmation ist für viele Jugendliche immer noch ein wichtiger "Schritt ins Erwachsenenleben" - viele Mädchen tragen dabei ihr erstes Kostüm, viele Jungen zum ersten Mal Anzug und Krawatte. Wie förmlich muss die Kleidung zur Konfirmation sein, was ist tabu, was ist übertrieben?

Elisabeth Bonneau: Übertrieben wäre es, für Kleidung, die man nie wieder tragen will, viel Geld auszugeben. Am besten sind Jugendliche mit Kleidungsstücken bedient, die sie später zu feierlichen Anlässen wie einer Schulabschlussfeier oder einem Familienfest wieder tragen können. Doch Vorsicht: Aufwendige Ballkleider sind tabu, genauso wie ein Outfit, das den Körper zur Schau stellt wie Spaghettiträger, Minirock, hautenge Hosen und Oberteile. Lässige Freizeitkleidung wie Jeans, Kapuzenpulli oder T-Shirt ist es auch.

Viele Eltern sind sich unsicher, wie aufwendig Sie die Feier nach dem Gottesdienst gestalten sollen. Auf was sollte hier geachtet werden?

Bonneau: Gästeliste, Rahmen und Speisen sind in erster Linie vom Budget der Eltern und den sonstigen Gebräuchen in der Familie abhängig. Nicht übertreiben. Nicht geizen. Vor allem sollte die Feier in enger Absprache mit der oder dem Jugendlichen gestaltet sein. Zwar bezahlen die Eltern, doch es ist ein Fest für die jungen Jubilare. Sie sollen Freude dabei haben, nicht Langeweile oder Stress. Vielen ist ein Ausflug mit Eltern und Freunden lieber als ein pompöses Essen in einem Restaurant.

Die Geschenke zur Konfirmation sind bei den Jugendlichen ein großes Thema. Auf was müssen die Schenker achten, auf was die Konfirmanden?

Bonneau: Idealerweise fragen die Schenker die Eltern oder die Jugendlichen selbst nach den aktuellen Wünschen. Vielleicht sparen diese auf ein neues Fahrrad oder Smartphone, vielleicht ist eine Rucksacktour mit Freunden geplant. Die Jugendlichen sollten ihre Wünsche klar und gleichzeitig bescheiden formulieren und sich nach Erhalt des Geschenks persönlich bedanken. Später erfreut ein Selfie von der mitgesponserten Tour die Schenkenden bestimmt so wie die Konfirmierten das Geschenk gefreut hat.

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