"Die Kirche soll ihre digitalen Talente suchen"

Die Kirche braucht Hilfe im digitalen Labyrinth und sollte sie auch in ihren Gemeinden suchen.

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Die Kirche braucht Hilfe im digitalen Labyrinth und sollte sie auch in ihren Gemeinden suchen.

Jonas Bedford-Strohm, der Sohn des EKD-Ratsvorsitzenden, antwortet in der aktuellen Ausgabe von Christ & Welt auf den Vorwurf eines ZEIT-Autoren, dass die Kirche die Digitalisierung verschlafen habe.

"Die evangelische Kirche scheint zu betäubt von Austrittszahlen und Sparmaßnahmen zu sein, um die Revolution, die um sie herum geschieht, zu bemerken und sich ihrer zu bedienen. Anstatt die neuen Möglichkeiten in ihren Dienst zu stellen, herrschen Berührungsängste, Unverständnis und Desinteresse", hat Hannes Leitlein auf ZEIT online am 24. März 2017 geschrieben.

In der aktuellen Ausgabe von Christ & Welt vom 6. April 2017 stimmt Jonas Bedford-Strohm dem Autoren Leitlein zu: "Wenn die Kirche weiterhin das digitale Talent der Freiwilligen in ihren Gemeinden verschwendet, wird es eng, denn der Generationenabbruch ist weit vorangeschritten." Der Sohn des EKD-Ratsvorsitzenden, der als Journalist in der digitalen Entwicklung des Bayerischen Rundfunks arbeitet, fordert von den Kirchengemeinden, die digitalen Talente in ihren Reihen zu suchen: die Programmierer, Webdesigner und Social-Media-Manager.

Wenn diese digitalen Talente gesucht, gewertschätzt und eingebunden würden, würde der Kirche eine "digitale Blütezeit" bevorstehen, so Jonas Bedford-Strohm. Dabei gehe es ihm nicht darum, Alt und Jung gegeneinander auszuspielen, sondern einen "digitalen Generationenvertrag" zu knüpfen, zwischen denen, "die auf langjährige Erfahrung im Leben als christliche Gemeinschaft bauen können" und denen, die "die unkoventionelle Frische der digitalen Avantgarde" mitbrächten.

Die Facebook-Seite seines Vaters Heinrich Bedford-Strohm bezeichnet er als einen ersten "Schritt auf dem Weg zur kommunikativen Infrastruktur der kirchlichen Zukunft", da sie in generationenübergreifender Weise eine Digitalisierung von unten sei.

Über die digitale Zukunft der Kirche kann man mitdiskutieren, beispielsweise auf diesem Etherpad von @letterus, außerdem unter dem Hashtag #DigitaleKirche.