Bauantrag für Erfurter Moschee gestellt

 Holzkreuze stehen am Baugrundstück einer geplanten Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde im Erfurter Ortsteil Marbach.

Foto: epd-bild/Jens-Ulrich Koch

Im März 2017 stehen Holzkreuze am Baugrundstück einer geplanten Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde im Erfurter Ortsteil Marbach.

Der erste Neubau einer Moschee in Thüringen rückt näher - trotz der zum Teil heftigen Proteste dagegen.

Die Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Erfurt habe in der vergangenen Woche einen Bauantrag bei der Stadtverwaltung eingereicht, sagte Gemeindesprecher Suleman Malik am Montag in Erfurt. Man rechne nun mit fünf bis sechs Monaten Prüfung. Deshalb sei in diesem Jahr noch nicht mit dem Baubeginn der Moschee zu rechnen, erklärte der Bundesvorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Abdullah Uwe Wagishauser.

Er zeigte sich von den zum Teil heftigen Protesten der vergangenen Wochen unbeeindruckt. In unmittelbarer Nachbarschaft des Baugrundstücks für die Moschee in Erfurt-Marbach hatten deren Gegner mehrere Holzkreuze errichtet. Sie waren erst vor wenigen Tagen entfernt worden. Als Aufsteller der Kreuze trat seit Anfang März ein Bündnis "Bürger für Erfurt" in Erscheinung, hinter dem auch Neonazi-Funktionäre und die AfD stecken sollen.

"Der Bau einer Moschee in Deutschland ist nie einfach, gerade im Osten", sagte Wagishauser. Doch im Unterschied zum ersten Neubau vor sechs Jahren in Berlin-Heinersdorf gebe es inzwischen nicht nur Gegner solcher Vorhaben. In Erfurt wie zuvor auch in Leipzig erfahre die Gemeinde auch viel Unterstützung. In Erfurt hatten sich die beiden großen Kirchen wie die Jüdische Landesgemeinde für den Bau der Moschee ausgesprochen.