Württembergische Landeskirche will 180 Pfarrstellen streichen

Mitgliederzahlen sinken, Einnahmen gehen zurück: Bis zum Jahr 2024 sollen in Württemberg die Zahl der Pfarrstellen um 13 Prozent reduziert werden. Bis 2030 wird der fehlende Pfarrernachwuchs zur Herausforderung.

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg bereitet eine deutliche Reduzierung ihrer Pfarrstellen bis zum Jahr 2024 vor. Vor der in Stuttgart tagenden Landessynode sagte am Samstag Oberkirchenrat Wolfgang Traub, die Einschnitte würden wegen des zwar leichten, aber kontinuierlichen Rückgangs der Gemeindemitglieder und künftig sinkenden Einnahmen nötig. Im Durchschnitt der Landeskirche sollen die Gemeindepfarrstellen bis 2024 um 13,2 Prozent (184,75 Stellen) auf 1.207 reduziert werden.

Die Kirchenbezirke sind unterschiedlich stark betroffen, denn die Stellenberechnungen berücksichtigen neben den Gemeindemitgliederzahlen auch Strukturelles wie eine Minderheitensituation oder den Religionsunterricht, den Pfarrer erteilen müssen.

Die eigentliche Herausforderung werde der Pfarrplan 2030, sagte Traub. Bereits gegen Ende der Laufzeit des Plans 2024 seien zunehmend unbesetzte Pfarrstellen zu erwarten, weil weniger Pfarrernachwuchs zur Verfügung stehe als Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand gehen. Er rechne damit, dass besonders in den Randregionen der Landeskirche bis dahin bereits Stellenbesetzungs-Probleme bestehen.