Bedford-Strohm verteidigt Kirchenasyl

Unter anderem ermitteln die Behörden gegen die Haßfurter Pfarrerin Doris Otminghaus als Hauptverantwortliche für das Kirchenasyl in ihrem Pfarrhaus.

Juristische Ermittlungen gegen Pfarrer, die Kirchenasyl gewähren, sind nach Einschätzung des Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, unverhältnismäßig. Das Kirchenasyl sei eine in der Geschichte entwickelte "humanitäre Notlösung, die Raum schafft für nochmalige rechtliche Prüfungen und die Verhinderung besonderer humanitärer Härten", erklärte Bedford-Strohm am Samstag auf seiner Facebook-Seite. Die Zahl von 57 Kirchenasylen derzeit in Bayern zeige, dass die Gemeinden sehr verantwortungsvoll mit diesem Instrument umgingen, erklärte der bayerische Landesbischof.

Die Behörden in Bayern ermitteln unter anderem gegen die Haßfurter Pfarrerin Doris Otminghaus als Hauptverantwortliche für das Kirchenasyl in ihrem Pfarrhaus. Das hatte die Staatsanwaltschaft Bamberg dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigt. Der Vorwurf laute auf Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt in Deutschland. Er hoffe, "dass dieses Vorgehen nicht zur Regel wird", schreibt Bedford-Strohm.

Die bayerische evangelische Landeskirche hat bestätigt, dass ihr einige Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer in Bayern bekannt seien. Das aktuelle Vorgehen der Ermittlungsbehörden läuft nach Ansicht von Kirchenasyl-Experten einer Absprache vom Februar 2015 zwischen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Bundesinnenministerium und den beiden Kirchen zuwider, wonach Kirchenasyle respektiert würden, wenn man sie dosiert anwende. Solche Verfahren würden bundesweit derzeit nur in Bayern angestrengt, hieß es.