Deutsch-türkische Juristin plant liberale Moscheegemeinde in Berlin

Die deutsch-türkische Juristin und Frauenrechtlerin Seyran Ates will in Berlin eine eigene Moscheegemeinde gründen.

Geplant sei eine moderne und liberale Gemeinde, in der Frauen und Männer gemeinsam und gleichberechtigt in einem Raum beten könnten, berichtet der Berliner "Tagesspiegel" (Samstag). Das Freitagsgebet werde gemeinsam von einer Imamin und einem Imam vorgetragen. Die "Ibn Rushd-Goethe-Moschee" soll am 16. Juni eröffnet werden. Ates verhandelt den Angaben zufolge derzeit mit Kirchengemeinden über Räumlichkeiten. Das Projekt werde über Spenden finanziert.

Die 53-jährige Ates ist deutsche Rechtsanwältin und Buchautorin, hatte sich aber nach gewalttätigen Angriffen und Bedrohungen zeitweilig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sie wurde in Istanbul geboren, ist türkisch-kurdischer Herkunft und war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und nahm am Integrationsgipfel der Bundesregierung teil.

Benannt ist die neue Moscheegemeinde nach dem im andalusischen Cordoba geborenen arabischen Islamgelehrten, Philosophen und Arzt Ibn Rushd (1126-1198) und nach Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), der unter anderem die Gedichtsammlung "West-östlicher Divan" verfasst hat. In Berlin gibt es Schätzungen zufolge rund 100 Moscheegemeinden verschiedener islamischer Strömungen.