Missionarische Idee eines Muslims ruft Polizei auf den Plan

Ein konvertierter Muslim in Baden-Württemberg wollte weitere Muslime gewinnen - und versuchte es mit 100-Euro-Scheinen und einem Verweis auf inzwischen verbotene Salafisten. Der Staatsschutz stoppte die Aktion.

Die kreativ-missionarische Idee eines zum Islam konvertierten Mannes hat die Polizei auf den Plan gerufen. Der Neu-Muslim wollte mit 100-Euro-Scheinen, die er Informationsbriefen beilegte, "Menschen neugierig machen" auf den Islam, wie das Polizeipräsidium Ludwigsburg (Baden-Württemberg) am Freitag mitteilte. Die Empfänger der im vergangenen Sommer und Spätherbst in den Kreisen Böblingen und Freudenstadt verteilten Briefe fanden das jedoch nicht religiös inspirierend, sondern informierten die Ordnungshüter.

Die Briefe enthielten neben der ersten Koransure und einem Hinweis auf die Internet-Seite der mittlerweile verbotenen radikal-salafistischen Organisation "Die wahre Religion" meist einen Geldschein. Die etwa 25 Empfänger des Briefes, dessen Absender nicht angegeben war, wurden misstrauisch.

Beamte des Staatsschutzes konnten den Absender schließlich ermitteln. Der 30-jährige Mann habe die Verteilung der Briefe eingeräumt, hieß es in der Mitteilung. Er wolle mit seiner Missionsaktion nun nicht weitermachen, obwohl sie strafrechtlich nicht relevant sei und für ihn auch keine weiteren Folgen haben werde.