Friedenspreisträger Sansal: Islamismus ist ein globales Problem

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat zu raschem internationalen Vorgehen gegen religiösen Fanatismus aufgerufen.

"Der Islamismus ist ein globales Problem und kann nur gemeinsam weltweit eingedämmt werden", sagte der 67-Jährige dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Wochenende am Rand der Frankfurter Literaturtage.

Die Islamisierung schreite voran. Wohin das führen werde, hänge von der Weltgemeinschaft ab, sagte Sansal, der 2011 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hat. Sein düsterer Zukunftsroman "2084 - Das Ende der Welt" über eine islamistische Diktatur sei in Algerien von Intellektuellen des Regimes und Islamisten viel kritisiert worden. Die heftigsten Reaktionen habe es aber wegen seiner Israelreise gegeben.


Sansal lebt trotz Drohungen in Algerien, dessen System er als gelenkte Demokratie bezeichnet. "Wenn die Regierung mich umbringen könnte, hätte sie das womöglich schon getan", sagte er. "Weil ich aber eine gewisse Bekanntheit erreicht habe, können sie mich nicht einfach eliminieren." Wenn er sich in Algerien äußere, wähle er seine Worte genau und sei sehr vorsichtig, fügte er hinzu.