Bischof Rentzing attestiert Höcke "parteipolitische Provokation"

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing hat die Rede des thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke mit Äußerungen zum Berliner Holocaust-Mahnmal als "gezielte parteipolitische Provokation" kritisiert.

Derartige Äußerungen versuchten, "den Frieden in unserer Gesellschaft subtil zu unterminieren", sagte Carsten Rentzing am Donnerstag in Wittenberg.

Über Erinnerungskultur "kann man unterschiedlicher Auffassung sein". Aber "dass die Erinnerung an den durch das nationalsozialistische Deutschland schuldhaft herbeigeführten millionenfachen Tod von jüdischen Kindern, Männern und Frauen ihren Ort gerade in Deutschland hat und braucht, ist eine Errungenschaft unserer Gesellschaft", betonte Rentzing.

Höcke hatte am Dienstagabend bei einem Auftritt in Dresden gesagt, die Deutschen seien "das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat". Und weiter: "Anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten, weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen (...) wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht." Deutschland befinde sich im Gemütszustand "eines total besiegten Volkes". Inzwischen kündigte der Verfassungsschutz in Thüringen an, Höckes Rede und die Reaktionen darauf in seiner Partei zu prüfen.