Schleuser lässt Flüchtlinge bei minus 20 Grad zurück

Schleuser lässt Flüchtlinge bei minus 20 Grad zurück
Die Menschen seien auf der unbeheizten Ladefläche eines Transporters zurückgelassen worden, teilte die Bundespolizeidirektion München am Sonntag mit.

Ein Schleuser hat am Samstag 19 Flüchtlinge auf einem Autobahnparkplatz bei Brannenburg in der Nähe von Rosenheim bei Temperaturen von minus 20 Grad stehenlassen. Die Menschen seien auf der unbeheizten Ladefläche eines Transporters zurückgelassen worden, teilte die Bundespolizeidirektion München am Sonntag mit. Der Fahrer sei verschwunden, von ihm gebe es bislang keine Spur. 

Notarzt, Rettungsdienst und Bundespolizei kümmerten sich um die 14 Erwachsenen und fünf Minderjährigen, nachdem ein Flüchtling zwei Autofahrer auf dem Rastplatz angesprochen hatte. Danach wurden sie nach Rosenheim gebracht. Die Menschen stammen nach eigenen Angaben aus dem Irak, dem Iran und Syrien, hatten aber keine Reisepapiere bei sich. 



Laut Polizei sagten sie aus, für die Fahrt von einem italienischen Flüchtlingslager aus zwischen 500 und 800 Euro pro Person bezahlt zu haben. Mit dem Motor des Kastenwagens habe es offenbar Probleme gegeben, deshalb habe der Fahrer den Transporter wohl einfach zurückgelassen. Das Fahrzeug trug ein britisches Kennzeichen. Der flüchtige Schleuser könnte in ein Begleitfahrzeug umgestiegen sein, vermutet die Polizei.