Kirche befürwortet dauerhaften Gedenkort für Berliner Anschlagsopfer

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt

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Wenn an den jetzigen Gedenkinseln rund um den Breitscheidplatz in der westlichen Berliner Innenstadt "die Blumen verwelkt und die Kerzen abgebrannt sind, muss etwas Würdevolles folgen", sagte Bischof Markus Dröge.

Die evangelische Kirche hat sich für einen dauerhaften Gedenkort für die zwölf Todesopfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ausgesprochen. "Dass es einen Gedenkort geben muss, wo man hingehen kann und noch einmal der Opfer gedenken kann, das ist allen klar", sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, dem Evangelischen Pressedienst (epd). In der Gemeinde der dortigen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche nehme er sehr viel Sensibilität in dieser Frage und viele Überlegungen dazu wahr, fügte er hinzu. In der Kirche waren am Tag nach dem Anschlag ein Kondolenzbuch ausgelegt und ein ökumenischer Gedenkgottesdienst gefeiert worden.

Wenn an den jetzigen Gedenkinseln rund um den Breitscheidplatz in der westlichen Berliner Innenstadt "die Blumen verwelkt und die Kerzen abgebrannt sind, muss etwas Würdevolles folgen", sagte Dröge. Die Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in unmittelbarer Nähe zum Anschlagsort vom 19. Dezember sei "sehr offen dafür, dort konstruktiv mitzuarbeiten". Konkrete Überlegungen habe die bisherige Diskussion aber noch nicht erbracht. Zurückhaltend äußerte sich der Berliner Bischof zur Frage einer öffentlichen Gedenkveranstaltung für die zwölf Todesopfer des Lastwagen-Anschlages. Priorität habe, was die Angehörigen der Opfer wollen. Es müsse jetzt noch einmal abgewartet werden, "was den Angehörigen der Opfer gut tut und was sie sich wünschen".



Der Berliner Bischof, der auch Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, geht davon aus, dass die neue Sicherheitssituation auch Auswirkungen auf die Organisation des Deutschen Evangelischen Kirchentages Ende Mai in Berlin und Wittenberg haben wird. Von den Veranstaltern sei schon sehr zeitig gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden überlegt worden, welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen aus der neuen Bedrohungslage zu ziehen sind. Eine Stadt wie Berlin bringe dabei enorme Erfahrungen bei Großereignissen mit, sagte Dröge unter Hinweis etwa auf die Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Klar sei, dass es bei dem Kirchentag 2017 andere und höhere Sicherheitsvorkehrungen geben müsse als etwa im Jahre 2003, fügte er hinzu.