Berliner Bischof: Videoüberwachung auch in Kirchennähe denkbar

Der Berliner Bischof Markus Droege

Foto: epd-bild/Winfried Rothermel

Im neuen rot-rot-grünen Senat der Bundeshauptstadt ist die Frage der Überwachung umstritten. Nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche hatte sich Innensenator Andreas Geisel (SPD) für mehr Videokontrollen im öffentlichen Raum ausgesprochen. Linke und Grüne lehnen das ab.

Eine stärkere Videoüberwachung im öffentlichen Raum hält der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge für möglich. "Dadurch kann mittel- und langfristig etwas getan werden, um kriminelle Netzwerke zu erkennen und zu bekämpfen", sagte Dröge dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wo notwendig, müsse die Kirche auch Videoüberwachung in Kirchennähe zulassen. Allerdings müssten immer die Bestimmungen des Datenschutzes beachtet werden. 

Im neuen rot-rot-grünen Senat der Bundeshauptstadt ist die Frage der Überwachung umstritten. Nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche hatte sich Innensenator Andreas Geisel (SPD) für mehr Videokontrollen im öffentlichen Raum ausgesprochen. Linke und Grüne lehnen das ab.




Bischof Dröge wandte sich gegen die Argumentation, dass Videoüberwachung Straftaten nicht verhindere. Auch wenn ein Gewalttäter von seinen Verbrechen nicht abgehalten werden könne, sei aber anschließend die Fahndung effektiver. Dies biete am Ende mehr Schutz.

Eine Sonderstellung für Kirchen ist nach Dröges Einschätzung nicht nötig: "Wir sind Bürger wie jeder andere. Wer zur Kirche geht, untersteht denselben Rechten und Pflichten wie andere Bürger auch", sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.