Hilfswerk sieht wachsende Not in Syrien

Das Standbild aus einem Video, zeigt Menschen, die an einer Straße bei Damaskus Eimer mit Wasser füllen.

Foto: dpa/Yomyat Kzefeh Hawen Fi Dimashq

Das Standbild aus einem Video, zeigt Menschen, die an einer Straße bei Damaskus Eimer mit Wasser füllen.

Seit Freitag gilt ein unsicherer Waffenstillstand in Damaskus. Trinkwasser und medizinische Güter sind knapp. Für Hilfswerke wie Misereor stehe deshalb momentan die akute Hilfe im Vordergrund, durch Langzeitprojekte sollen aber auch psychosoziale Unterstützung geleistet und wieder Perspektiven für die Menschen in Syrien geschaffen werden.

Trotz weitgehend eingehaltener Waffenruhe in Syrien verschlechtert sich die Lage für die Bevölkerung nach Einschätzung internationaler Helfer. "Die Situation wird noch und immer schwieriger", sagte Astrid Meyer von Misereor am Mittwoch. Neben völlig zerstörten Häusern, Kliniken und Schulen erweise sich derzeit in Damaskus für viele Trinkwasser als Problem. Auch zeichne sich ein wachsender Engpass bei medizinischen Gütern ab.

"Man muss außerdem sehen, dass zumindest im Stadteinzugsgebiet von Damaskus weiter gekämpft wurde, als die Waffen eigentlich schweigen sollten", erklärte Meyer, die Nahost-Regionalreferentin des katholischen Hilfswerks. Der seit Freitag geltende Waffenstillstand sei viel zu unsicher, als dass jetzt schon größere Investitionen in Aufbauprojekte gewagt werden könnten.

Die akute Versorgung stehe noch im Mittelpunkt. So unterstützt Misereor eine Jesuiten-Klinik bei Aleppo und die Trinkwasserversorgung in der Stadt. Das Brunnenprojekt der Franziskaner ist an die Pfarrei im Westen der Stadt angeschlossen, der schon lange unter Kontrolle der Regierung stand. Doch auch Menschen aus dem Ostteil Aleppos, der bis Jahresende von Rebellen kontrolliert wurde, hätten davon profitiert, sagte Meyer.

Trotz aller politischen Unwägbarkeiten müssten aber auch Vorhaben angegangen werden, die den Menschen Perspektiven ermöglichen, etwa durch Bildung und Jugendarbeit. Deshalb stellt sich Misereor hinter solche Projekte der Gemeindearbeit und von Partnern, darunter die vier Sozialzentren der Franziskaner im Land. Dort soll auch die psychosoziale Unterstützung ausgeweitet werden. "Wir wollen dazu beitragen, dass die schlimmen Erfahrungen aufgearbeitet werden können", erklärte Meyer. "Gerade inmitten der Not muss etwas da sein, was den Menschen Mut macht und einen Weg für die Zukunft eröffnet."