Deutsche wollen am liebsten mit 60 in Rente

Die Rente mit 67 bleibt bei den Deutschen äußerst unbeliebt. Nicht einmal fünf Prozent könnten sich damit anfreunden, erst ab diesem Alter in den Ruhestand zu gehen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK im Auftrag der "Welt am Sonntag" ergab. Ihr gewünschter Renteneintritt liegt bei einem deutlich geringeren Alter: Im Durchschnitt würden die Deutschen mit 60,2 Jahren in Rente gehen, wenn sie sich das finanziell leisten könnten.

Mehr als 83 Prozent würden der Umfrage zufolge gern vor ihrem 65. Geburtstag aufhören zu arbeiten. Der Wunsch nach einem frühen Rentenbeginn ist in allen Gesellschaftsschichten etwa gleich vertreten. Mitglieder der Ober- und Mittelschicht gaben demnach im Schnitt an, mit 60,6 Jahren in den Ruhestand gehen zu wollen. Bei Menschen mit niedrigem Einkommen lag das gewünschte Rentenalter bei 59,2 Jahren. Für die Statistiker sei das keine signifikante Abweichung.


Generell gilt auch nicht, dass besonders Menschen mit Abitur oder Hochschulabschluss bereit sind, länger zu arbeiten. Der Umfrage zufolge sind es Menschen mit Hauptschulabschluss, die eine etwas spätere Rente (60,3 Jahre) anstreben. Umfrageleiter Klaus Hilbinger erklärte dies unter anderem damit, dass besser bezahlte Jobs, die eine höhere Ausbildung erfordern, nicht unbedingt stressfreier seien. Gerade dort häuften sich Fälle von Stresskrankheiten wie Burn-out. Zudem sei dort der technische Wandel besonders rasant. "Viele haben vielleicht das Gefühl, nicht über Jahrzehnte mithalten zu können", sagte Hilbinger.