Chanukka-Leuchter: Sohn von Terroropfer entzündet vierte Kerze

In Gedenken an die Terroropfer vom Breitscheidplatz ist am Dienstag an Europas größtem Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor in Berlin die vierte Kerze entzündet worden.

Entzündet wurde das Chanukka-Licht von Or Elyakim, dessen Mutter Dalia Elyakim bei dem Lkw-Anschlag am 19. Dezember ums Leben kam. Sein Vater Rami Elyakim liegt schwer verletzt in einem Berliner Krankenhaus. Das Ehepaar aus Israel war zu einem Kurzurlaub nach Berlin gereist.  

An der feierlichen Zeremonie nahmen neben christlichen, muslimischen und jüdischen Vertretern auch Politiker wie Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) teil. Der zehn Meter hohe Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor gilt als größter seiner Art in Europa. An jedem Tag wird eine Kerze mehr an dem achtarmigen Leuchter angezündet. In diesem Jahr begann das jüdische Lichterfest am 24. Dezember. 


Mit dem achttägigen Lichterfest Chanukka feiern Juden den Sieg der Makkabäer über die syrischen Armeen im Jahr 164 vor Christus und die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels. Weil damals das Licht im Temchanpel wie durch ein Wunder acht Tage lang gebrannt haben soll, wird an dem Leuchter jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit eine weitere Kerze angezündet. Chanukka-Leuchter werden traditionell auch vor dem Weißen Haus in Washington, nahe dem Big Ben in London und auf dem Roten Platz in Moskau aufgestellt.