Göttinger Friedenspreis für Journalistenverband und syrische Frauen

Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" und die syrische Frauenzeitschrift "Saiedet Souria" erhalten den Göttinger Friedenspreis 2017. Die Verleihung erfolgt bei einer Feier am 11. März in der Aula der Göttinger Universität, wie die Stiftung Dr. Roland Röhl mitteilte. Sie vergibt den mit 3.000 Euro dotierten Preis jährlich seit 1999.

"Reporter ohne Grenzen" setzen sich weltweit für Pressefreiheit und gegen Zensur ein, zudem engagieren sie sich für aus politischen Gründen verhaftete Journalisten. Die deutsche Sektion der internationalen Organisation besteht seit 1994 und ist als eigenständiger Verein eingetragen.

"Saiedet Souria" (Frauen Syriens) erscheint seit Anfang 2014 - derzeit mit einer Auflage von etwa 6.000 Exemplaren in Syrien, der Türkei und Ägypten. Die Zeitschrift thematisiert Frauenrechte, Flucht und den Krieg in Syrien, aber auch Kinderheirat oder Ehrenmorde. Die Chefredaktion sitzt in der Türkei, die Chefin vom Dienst lebt zurzeit in Berlin. Die Autorinnen und Autoren von "Saiedet Souria" kommen aus Syrien, sind im Exil oder auf der Flucht.


Stifter des Göttinger Friedenspreises war der Wissenschaftsjournalist Roland Röhl. Er befasste sich vor allem mit Fragen der Sicherheitspolitik und der Konfliktforschung. Röhl starb 1997 an Krebs. Frühere Preisträger waren unter anderem die Organisation "Pro Asyl", der SPD-Politiker Egon Bahr und das "boat people projekt", das Theater mit und über Flüchtlinge macht.