Bahnhof Zoo wird Obdachlosen-Zentrum

Der Berliner Bahnhof Zoo soll zum zentralen Anlaufpunkt für Obdachlose ausgebaut werden.

Zusätzlich zu bestehenden Angeboten sollen Wohnungslose dort Beratungen etwa zur Wohnungssuche oder zu Jobmöglichkeiten finden. Das kündigten am Freitag Bahn-Chef Rüdiger Grube, Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sowie Stadtmissions-Direktor Joachim Lenz an. Begegnungen von Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten sollen dort künftig ebenfalls stattfinden.

Für das neue "Beratungs- und Veranstaltungszentrum" stellt die Deutsche Bahn AG eine Fläche von zusätzlich rund 500 Quadratmetern kostenlos zur Verfügung. Schon jetzt ist der Bahnhof Zoo mit der Bahnhofsmission auf knapp 300 Quadratmetern sowie dem Hygienecenter auf rund 100 Quadratmetern ein zentraler Anlaufpunkt für Obdachlose. Täglich werden hier den Angaben zufolge über 600 Betroffene versorgt. In Berlin leben nach Einschätzung des Leiters der Bahnhofsmission, Dieter Puhl, rund 6.000 wohnungslose Menschen.

Wie der Evangelische Pressedienst (epd) erfuhr, soll das neue Obdachlosenzentrum im Frühjahr 2018 eingeweiht werden. Bis dahin seien umfassende Umbauarbeiten am Bahnhof Zoo nötig, sagte Andreas Schlamm, Leiter des Bereichs Bildung bei der Berliner Stadtmission. Das neue Center könne sowohl von Obdachlosen als auch von anderen Zielgruppen aus allen sozialen Schichten genutzt werden. Die Kosten für den Umbau sollen rund 1,3 Millionen Euro betragen.

Neben Bahnchef Grube und Stadtmissions-Direktor Lenz zählt Außenminister Steinmeier zu den prominentesten Unterstützern des neuen Obdachlosen-Zentrums. Er hatte bereits mehrfach Deutschlands älteste Bahnhofsmission besucht. Bei einem ehrenamtlichen Einsatz hatte er auch selbst Brote geschmiert.