Bedford-Strohm prangert Hetze im Internet an

EKD-Synode in Mgdeburg

Foto: Norbert Neetz

Wenn es gegen die sogenannten "Eliten", gegen "die da oben" gehe, dann entlade sich alles, was sich an Frust und Unzufriedenheit aufgestaut habe.

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat die zunehmende Hetze und Bedrohung in gesellschaftspolitischen Debatte angeprangert. "Wut und Vernichtungsdrohungen haben im Internet einen Raum gesucht und gefunden, in dem sie sich hemmungslos austoben können", sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, am Sonntag in seiner Predigt zum ersten Advent in der Nürnberger Lorenzkirche. 

Wenn es gegen die sogenannten "Eliten", gegen "die da oben" gehe, dann entlade sich alles, was sich an Frust und Unzufriedenheit aufgestaut habe. "Da kann es sein, dass ein Bundespräsident und eine Bundeskanzlerin und andere im Staat Verantwortliche am Tag der Deutschen Einheit mit 'Haut ab'- und 'Volksverräter'-Rufen empfangen werden", kritisierte der evangelische Theologe.



Mit Blick auf den designierten US-Präsidenten Donald Trump und dessen polarisierende Wahlkampfauftritte sagte Bedford-Strohm: "Und da kann es sein, dass ein Mann, der im Wahlkampf wütend gegen ganze Menschengruppen herzieht, zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Erde gewählt wird."

In vielen Ländern sei eine gereizte Stimmung entstanden, "bei der Fakten oder kluge Argumente kaum noch eine Chance haben gegen bewusst gestreute Lügen oder aufgewühlte Emotionen", sagte Bedford-Strohm weiter. "Deftige Worte, Wut und Zorn, liebe Gemeinde, kennen wir auch sehr gut im Deutschland des Jahres 2016", bedauerte der Bischof.