"Reformation reloaded" im Klassenzimmer

Unterrichtsmaterial zur Reformation
Margot Käßmann

Foto: epd-bild/Jens Schulze

Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, und weitere Experten erzählen, was die Reformation für uns heute noch bedeutet.

Erstmals haben Historiker und Theologen gemeinsam an Bausteinen für den Schulunterricht gearbeitet. Herausgekommen dabei ist "Reformation reloaded", ein multimediales Themenpaket zur Reformation. Die Unterrichtsbausteine kann man kostenlos herunterladen. Margot Käßmann erzählt im Video, welche Rolle die Reformation und das Reformationsjubiläum 2017 für uns spielen.

Zum Reformationsjubiläum liegt eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Schulfächern Geschichte und Evangelische Religion nahe. Die Vertreterversammlung der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Erzieher in Deutschland (AEED) e. V., die vom 11. bis 13. November 2016 in Goslar stattfindet, präsentiert daher "Reformation reloaded". In dem gemeinsamen Projekt des Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurden von Geschichts- und Religionslehrern gemeinsam fächerübergreifende Unterrichtsmaterialien zum Thema Reformation entwickelt. Die Veranstaltung soll einen Überblick über die Arbeit mit den kostenlosen und für alle frei verfügbaren Materialien für fächerverbindenden Unterricht in Geschichte und Religion vermitteln.

"Reformation reloaded" bietet neues Unterrichtsmaterial zur Reformation und ihrer Rezeptionsgeschichte. "Zum ersten Mal gibt es frei zugängliche Unterrichtsbausteine als Open educational ressources (OER), die in fächerverbindendem Unterricht von Geschichte und Religion genutzt werden können – zum Thema Reformation und der mit ihr angebahnten Pluralisierung christlicher, geistesgeschichtlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen", würdigte die Leiterin der Bildungsabteilung der EKD, Oberkirchenrätin Birgit Sendler-Koschel und dankte der Projektgruppe aus Mitgliedern der Religionspädagogischen Institute, der evangelischen Lehrerverbände und dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands für die fachkundige und innovative Arbeit. Die Geschäftsführung wurde gemeinsam von Uwe Hauser, Direktor des Religionspädagogischen Instituts (RPI) Baden, für den Religionsunterricht und von Oberstudiendirektor Niko Lamprecht für den Verband der Geschichtslehrer Deutschlands für Geschichtsunterricht wahrgenommen. Die Unterrichtseinheiten für den fächerverbindenen Unterricht von Geschichte und Evangelischer Religion wurden von Teams mit Lehrkräften beider Fächer erarbeitet und erprobt. Sie sollen flexibel einsetzbar sein: als geschlossene Unterrichtseinheiten, als Projekt, für eine Onlinerecherche oder für Referate.

"Reformation reloaded nutze die neuen Medien", so Sendler-Koschel. "Es wurden Videos von Prominenten aus Religion und Geschichtswissenschaft sowie von Jugendlichen produziert, die alles sehr anschaulich erklären. Per Smartphone oder Computer und können die Schülerinnen und Schüler ein umfangreiches Glossar nutzen. Reformation reloaded gehört zu der Bildungsplattform Impuls-Reformation, worin Schulen als Akteure tätig werden und ihre Projekte und Arbeitsergebnisse veröffentlichen können. Eine Begleitausstellung auf Rollups ermöglicht eine medial wirksame Präsentation der Projektarbeit in der Schule."

Vier Experten erzählen, was Reformation heute noch für uns bedeutet, warum sich die evangelische und katholische Kirche nicht zusammentun und wann alle Weltreligionen einmal zusammen das Reformationsjubiläum feiern werden: