Catholica-Bischof Manzke: Keine vorschnellen Erwartungen wecken

Vor der Generalsynode der VELKD und der Vollkonferenz der UEK hat der Catholica-Beauftragte Bischof Manzke seinen Bericht abgegeben.

Der Catholica-Beauftragte der VELKD, Bischof Karl-Hinrich Manzke, hat vor der Generalsynode der VELKD und der Vollkonferenz der UEK auf die Reformationsfeier in Lund zurückgeblickt, die ökumenische Rezeption des Papstschreibens "Amoris Laetitia" dargelegt und einen Blick auf die Beteiligung von Frauen in Leitungsaufgaben in der katholischen Kirche geworfen.

In seinem Bericht verwies Manzke, der auch schaumburg-lippischer Landesbischof ist, auf das am Reformationstag in Lund von katholischen Kirchen und Lutherischem Weltbund (LWB) unterzeichnete Gemeinsame Wort. Darin heißt es, "viele Mitglieder unserer Gemeinschaften sehnen sich danach, die Eucharistie in einem Mahl zu empfangen als konkreten Ausdruck der vollen Einheit". Als "hoffnungsvolles Indiz für weitere Schritte auf dem Weg zu einer intensivierten Gemeinschaft" wertete Manzke bereits eine Begegnung von Papst Franziskus mit einem konfessionsverbindenden Ehepaar im Spätherbst 2015 in Rom. Dabei habe der Papst auf die Frage der Eheleute nach einem gemeinsamen Abendmahl erstaunlich offen und pastoral weitherzig geantwortet, sagte Manzke.

Eine nun angestrebte offizielle gemeinsame ökumenische Erklärung zu Kirche, Eucharistie und Amt sei eine nicht einfache Aufgabe, die langjährige Vorarbeit erfordere, fügte Manzke hinzu. Es sollten keine falschen und vorschnellen Erwartungen geweckt werden.

Der Vorsitzende der UEK-Vollkonferenz, der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad, stimmte Manzke zu, dass das am Montag eröffnete 500. Reformationsjubiläum ein wesentlicher Motor für eine neu aufbrechende Ökumene sein könne. Zugleich wies er im Anschluss an die Synodenberatung darauf hin, dass die evangelischen Christen alle Getauften zum Abendmahl einlüden. Ziel sei es zu erreichen, dass Katholiken diese Einladung "mit gutem Gewissen" annehmen und auch die katholische Kirche die Eucharistie für Protestanten öffnen.

Aus dem Papstschreiben "Amoris Laetitia" gehe hervor, dass Papst Franziskus "seine Kirche auf den Weg der Barmherzigkeit mitnehmen" wolle, sagte Manzke. Der Fokus auf Seelsorge ermögliche es dem Papst, "die Einheit der Kirche und der Lehre einerseits und die Vermittlung von Glauben in die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten seiner Kirche andererseits zusammenzuhalten."

Zur Rolle von Frauen in der katholischen Kirche sagte Manzke, es sei "nicht zu vermuten, dass sich die katholische Kirche in naher Zukunft einer Weihe von Diakoninnen öffnet."

Insgesamt habe die ökumenische Zusammenarbeit auch mit Blick auf das Reformationsjubiläum gezeigt, so Manzke, "dass der eigene Glaube durch die Begegnung mit dem Anderen und das Hineinversetzen in seine Überzeugungen und internen Diskussionen bereichert wird".