Kirchenpräsident Schad lobt "Zusammenwirken der Kirchen"

Die gelungene Zusammenarbeit der verschiedenen evangelischen Kirchen lobte Kirchenpräsident Christian Schad bei der Tagung der Vollkonferenz der UEK in Magdeburg.

Kirchenpräsident Christian Schad erhofft sich von den Feiern zum Reformationsjubiläum, dass viele Menschen die befreiende Kraft des Evangeliums neu entdecken. "Es soll das Denken und Leben vieler Menschen prägen, soll sie zu Barmherzigkeit und Gerechtigkeit anstiften – und so die Atmosphäre und die Verhältnisse in der Welt zum Guten verändern", sagte er bei der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in Magdeburg. Schad ist Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz und Vorsitzender des Präsidiums und der Vollkonferenz der UEK, der Gemeinschaft von zwölf Kirchen unierten, reformierten und lutherischen Bekenntnisses in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die UEK hat rund zwölf Millionen Mitglieder, ihr höchstes Gremium ist die Vollkonferenz.

Das Jubiläumsjahr der Reformation ist nach Auffassung Schads in Eisenach und Wittenberg erfolgreich gestartet, unter anderem mit dem Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck und Dänemarks Königin Margarete bei der Wiedereröffnung der Wittenberger Schlosskirche am 2. Oktober. Der Kirchenpräsident würdigte die Schlosskirche und das Predigerseminar der UEK in Wittenberg als "einzigartige Orte der Reformation".

Nach 200 Jahren ist das Predigerseminar nun in das neu errichtete Christine-Bourbeck-Haus am Schloss umgezogen. Mit dieser Namensgebung würdige die UEK eine Pionierin für den gleichberechtigten Zugang der Frauen zum Pfarramt. Es werde "damit ein Zeichen gesetzt für den Emanzipationsprozess, für den die Kirchen der Reformation stehen – und der auch für sie nicht abgeschlossen ist", sagte Schad.

In seinem Bericht nannte Kirchenpräsident Schad die Tätigkeitsbereiche der UEK in der Evangelischen Forschungsakademie, der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus, die Gespräche mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie die Arbeit am Verbindungsmodell, das Organe und Dienststellen der EKD und der beiden gliedkirchlichen Vereinigungen verzahnen soll. Im Bereich von Theologie und Liturgie hob Schad hervor, dass die Erarbeitung neuer Agenden für Taufe, Trau- und Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare und die Revision der Ordnung der biblischen Lesungs- und Predigttexte gelungene Beispiele des erfolgreichen Zusammenwirkens der verschiedenen evangelischen Kirchen seien.

Darüber hinaus lenkte der Vorsitzende den Blick auf das Engagement der UEK für den Berliner Dom, das Kloster Stift zum Heiligengrabe in Brandenburg sowie für das evangelische Magazin "zeitzeichen". Als Höhepunkt des zurückliegenden Jahres bezeichnete Schad die Verleihung des Karl-Barth-Preises der UEK an den Heidelberger Theologieprofessor Michael Welker.

Außer der Vollkonferenz der UEK tagt im Rahmen der verbundenen Synodentagung derzeit auch die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Magdeburg. Der VELKD gehören sieben Landeskirchen mit insgesamt rund zehn Millionen evangelischen Christen an. Am Sonntag, 6. November, beginnt dann die Tagung der Synode der EKD.