Lutheraner und Unierte wollen Kirchenverwaltungen zusammenlegen

Die konfessionellen Bünde innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wollen stärker zusammenarbeiten und weiter am sogenannten Verbindungsmodell arbeiten.

Die gemeinsame Steuerungsgruppe legte am Freitag in Magdeburg ein Modell zur Zusammenführung der Kirchenämter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und der EKD vor.

Die mitteldeutsche Landesbischöfin und stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD, Ilse Junkermann, sagte, die Grundidee des Modells sei, dass die Organe und Gremien von EKD, UEK und VELKD aus einem Kirchenamt bedient würden. Dazu würden alle drei bisherigen Strukturen aufgelöst, und es werde gemeinsam eine neue Amtsstruktur gebildet.

Der Auftrag sei, das Evangelium zu verkündigen, betonte Junkermann. Dabei sollten die evangelischen Christen zusammenarbeiten und die Kräfte bündeln. Sie sollten "nach außen so gemeinsam auftreten können, dass die Vielfalt unserer Traditionen als Reichtum zum Ausdruck kommt". Das Modell biete dazu eine Chance.

Seit einem Jahr ist die EKD "Kirche"

Seit einigen Jahren verzahnen sich die EKD und die beiden konfessionellen Zusammenschlüsse miteinander, um Kräfte zu bündeln und Doppelstrukturen zu vermeiden. Das Verbindungsmodell wurde 2007 wirksam. Seit 2009 tagen die Kirchenparlamente von Lutheranern und Unierten sowie die EKD-Synode jeweils örtlich und zeitlich verbunden sowie personell verzahnt. Alle drei Kirchenämter befinden sich in Hannover.

Vor einem Jahr hatte die EKD-Synode in Bremen eine Änderung ihrer Verfassung beschlossen, wonach die EKD auch im theologischen Sinne zur Kirche wurde. Die EKD sei als "Gemeinschaft ihrer Gliedkirchen Kirche", lautet die Formel, die nach jahrelanger Debatte über den Kirchenstatus Zustimmung fand.  



Die Zusammenlegung der Kirchenämter soll nun der nächste Schritt sein. EKD, unierte und lutherische Verbände blieben voll funktionsfähig bestehen, betonte Junkermann am Freitag. Eine solche Struktur brauche mehr Kommunikation als eine einfache Hierarchie, und sie sei auch anfällig für Konflikte. Für die VELKD verbinde sich mit dem Modell aber auch die Chance, ihre identitätsstiftenden Arbeitsfelder wie Agendenarbeit, Theologische Grundsatzarbeit, Seelsorge, Katechismus und Ökumene verstärkt profilbildend in die gemeinsame Arbeit einzubringen, sagte Junkermann.

Am Freitagnachmittag wird die Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen ebenfalls in Magdeburg eröffnet. Von Sonntag an tagen dann beide Zusammenschlüsse zusammen in der viertägigen Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ebenfalls mit dem Schwerpunktthema "Europa in Solidarität - Evangelische Impulse".

Die EKD ist die Gemeinschaft der 20 evangelischen Landeskirchen mit rund 22,3 Millionen Protestanten. Sie wurde 1945 als Zusammenschluss lutherischer, reformierter und unierter Landeskirchen ins Leben gerufen. Die einzelnen Landeskirchen sind selbstständig, die EKD koordiniert jedoch das einheitliche Handeln.