Kardinal Koch sieht in Reformationsfeiern Anschub für die Ökumene

Kardinal Kurt Koch

Foto: Agenzia Romano Siciliani/Cristian Gennari

Kardinal Kurt Koch

Kurt Kardinal Koch sieht in der anstehenden gemeinsamen Feier von Papst und Lutherischem Weltbund am Reformationstag den Start für eine weitere Annäherung von Protestanten und Katholiken.

Das Ereignis in Lund sei kein Abschluss, sondern "der Beginn von neuen Dialogschritten in die Zukunft", sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe). So habe er vorgeschlagen, weiter über "Kirche, Eucharistie und Amt" zu sprechen und dabei auch auf eine neue gemeinsame Erklärung dazu zuzugehen. "Die wäre gewiss ein verheißungsvoller Schritt", sagte Koch.

Am 31. Oktober wollen Papst Franziskus und der Lutherische Weltbund (LWB) im südschwedischen Lund zusammen einen Gottesdienst zu 500 Jahren Reformation feiern und eine Erklärung unterzeichnen. Darin soll es um Gemeinsamkeiten, Buße für frühere Verletzungen und die Verpflichtung auf ein gemeinsames Zeugnis in der Welt gehen. Es ist das erste Mal, dass Katholiken und Lutheraner auf Weltebene zusammen an die Reformation erinnern.

Koch sagte, Papst Franziskus selbst lege großen Wert darauf, dass die Ökumene nicht nur theologisch, sondern auch praktisch verhandelt werde. Ökumene müsse "im gemeinsamen Zeugnis und in der Zusammenarbeit in der Gesellschaft" geschehen. So sollen nach dem Gottesdienst in einer öffentlichen Veranstaltung in der Malmö-Arena Vereinbarungen zur Hilfe für Flüchtlinge und andere hilfsbedürftige Menschen getroffen werden. Der Papst wolle "die Geschwisterlichkeit" zwischen den christlichen Kirchen fördern, sagte Koch.

Zu dem Begriff der "versöhnten Verschiedenheit", von dem zuletzt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, gesprochen hatten, sagte Koch: Es gehe darum, in allen offenen Fragen nach einem "differenzierten Konsens" zu suchen. Dazu gehöre auch "die Zumutung, dass die Kirchen gegenseitig voneinander lernen: die Katholiken von der Reformation und die Lutheraner von den Katholiken".